Preisträgerkonzert 2014

 (gd). – Nun ist der 49. Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen in den Fächern Trompete und Klarinette Geschichte. Doch wie sagt man so schön: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb, und in einem Jahr ist dann das große Jubiläum mit Violine und Kontrabass. Bis dahin wird aber noch viel Wasser den Schwarzbach herunter fließen!

An diesem Abend des Preisträgerkonzertes konnten die jeweils drei Besten noch einmal eine Kostprobe ihres erstaunlichen Könnens dem interessierten Publikum präsentieren und ohne allen Druck eines Wettbewerbes befreit aufspielen. Es herrschte eine festliche Stimmung in der gut gefüllten Musikhalle (auch wenn so mancher Zuschauer etwas Mühe hatte, seinen Platz zu finden), alle freuten sich auf einen Abend mit jungen Ausnahmekünstlern und schöner Musik.

Nachdem nun die Wettbewerbsfanfare von Gerhard Paul für dieses Jahr zum letzten Mal verklungen war, begrüßte der Vorsitzende des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen e.V., Bürgermeister Andreas Jacob, die Gäste – unter ihnen Prof. Peter Damm, der schon viele Jahre die verantwortungsvolle Funktion des Präsidenten des Wettbewerbes für Blasinstrumente inne hat, die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas, die unsere Stadt von Berlin aus stets unterstützt, Landrat Dr. Tassilo Lenk (der Vogtlandkreis ist „der bedeutendste finanzielle Unterstützer des für unsere Region so wichtigen Wettbewerbs“) – und gab seiner Freude Ausdruck, dass sich so viele für die Musik und nicht für das Fußball-Pokalfinale entschieden haben. Im Weiteren resümierte Jacob, dass es „anstrengende Tage, Tage des Kennenlernens und nutzbringender Kontakte und … Tage voller Musikerlebnisse“ waren. Einmal im Jahr präsentiere sich unsere kleine Stadt auf der Weltbühne, und so sei dieser Wettbewerb stets eine „lebendige Werbung für die Stadt und Region“ und somit liegt er auch in der „Verantwortung aller Bürger, die in einer Region leben und arbeiten, die bei der sächsischen Bewerbung für die Bezeichnung Immaterielles UNESCO-Kulturerbe ausgewählt wurde“.

Der Bürgermeister schloss seine kurze Rede mit dem Dank an alle, „die finanziell diesen Wettbewerb möglich gemacht haben“ (Vogtlandkreis, Kulturstiftung des Landes Sachsen, die Stadt Markneukirchen), an die „Stifter der Preise aus Politik und Wirtschaft, an die Organisatoren, Juroren, Klavierbegleiter und an das Orchester“.

Auch Prof. Damm ergriff dann noch kurz das Wort: „Markneukirchen war vom Klang der Klarinetten und Trompeten erfüllt.“ 92 junge Künstler aus 27 Ländern stellten sich einer hochkarätigen Jury, und „man konnte erkennen, wie sich junge Künstler in ihren Leistungen von Auswahlrunde zu Auswahlrunde steigerten“. Doch Prof. Damm richtete auch mahnende Worte an die Preisträger, denn „es ist des Lernens kein Ende“ (R. Schumann), und so sollten die Preise „Ansporn und Verpflichtung zu weiterer unermüdlicher künstlerischer Vervollkommnung“ sein! Auch er bedankte sich bei all denen, durch die dieser Wettbewerb erst möglich wurde, bei den Juroren, deren „beglückende harmonische Zusammenarbeit“ Grundlage für eine faire Bewertung der künstlerischen Leistungen war, bei den Organisatoren und Helfern, „die mit viel Fleiß und Feingefühl“ den Wettbewerb managten, und nicht zuletzt bei den Bürgern der Stadt für ihre Gastfreundschaft.

Das musikalische „Hauptmenu“ wurde dann eröffnet vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau unter der Leitung seines GMD Lutz de Veer mit der Ouvertüre zur Oper „Armida“ von Joseph Haydn (1732-1809), die in ihrer beschwingten, kraftvollen, aber auch etwas nachdenklichen Stimmung gut zum Charakter dieses Festaktes passte.

Als erste Solistin kam dann Serena Basandelle (I) auf die von Katrin Geipel vom Blumenhaus Am Roten Markt wieder liebevoll geschmückte Bühne. Sie bewies mit ihrer erstaunlichen Technik, ihrer spielerischen Leichtigkeit und ihrem Gespür für dieses vom französischen Komponisten André Telman (*1967) geschaffenen und an diesem Abend zum ersten Male öffentlich aufgeführten Auftragswerk des IIW, „Sur un itinéraire improbable pour trompette seule“ (2013), dass sie zu Recht 3. Preisträger geworden ist. Sie gab damit auch einen kleinen Einblick in die hohen Anforderungen, die dieser Wettbewerb an die Solisten stellte.

Vor der Preisverleihung und der anschließenden Pause erklang dann noch vom 1. Preisträger im Fach Trompete, Viktor Spáth (H), das Pflichtstück aus dem Orchesterfinale, das „Concerto a tromba principale“ E-Dur von Johann N. Hummel (1778-1837). Leider forderte dieser anstrengende Wettbewerb beim jungen Trompeter wohl seinen Tribut, und so konnte er nicht durchgehend seine bravourösen Leistungen aus der Finalrunde wiederholen. Aber dennoch war es ein beeindruckender Vortrag dieses Solokonzertes, das zu den Standardwerken eines jeden Solisten gehört.

Ein herrliches Hörerlebnis hatte das Publikum nach der Pause mit dem 3. Preisträger im Fach Klarinette, Wooyun Kim (Südkorea). Er trug mit wunderschöner Tongebung und Gestaltung und mit einer virtuosen Leichtigkeit „Introduktion, Thema und Variationen für Klarinette und Orchester“ (Klavier) vor. Der Pianist Andreas Hecker begleitete ihn in souveräner, doch in sehr wohltuend dezenter Manier.

Der Schweizer Trompeter Fabian Neuhaus, 2. Preisträger im Fach Trompete,setzte, feinfühlig begleitet von Yukiko Sano, das Programm fort mit einer sehr einfühlsamen, aber auch virtuos gestalteten Interpretation des kammermusikalischen Werkes „Rustiques (1955)“ von Eugène Bozza (1905-1991), wofür er sehr viel Beifall erhielt. Aber auch Patrick Hollich (D) konnte mit seiner Darbietung der „Drei Stücke für Klarinette solo (1919)“ noch einmal zeigen, dass er ebenfalls verdient 3. Preisträger im Fach Klarinette geworden ist.

Das musikalische „Sahnehäubchen“ auf dieses „klingende Dessert“ setzte zum Schluss die junge, charmante Düsseldorferin Bettina Aust mit dem „Konzert A-Dur für Klarinette und Orchester KV 622“ von W. A. Mozart (1756-1791). Mit einer leidenschaftlichen Musikalität, wunderbarer Tongebung und Souveränität meisterte sie diese anspruchsvolle Musik –  ich glaube, hätte Mozart Bettina Aust gekannt, so wäre dieses Klarinettenkonzert nicht für seinen Freund Anton Stadler, sondern für sie komponiert worden!! 

Mit ein wenig Wehmut, aber auch mit Vorfreude auf den 50. Wettbewerb 2015 habe ich die letzten Takte dieses außergewöhnlichen Konzertes genossen. Ein herzlicher Dank an alle, die uns diesen Abend geschenkt haben!!

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