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Finale Klarinette 2014

(gd). – Es ist durchaus verständlich, wenn in einem Instrumentalwettbewerb neben der Trompete auch die Klarinette steht, auch wenn ersteres aus Blech und das zweite aus Holz besteht. Weil dieses Holzblasinstrument im mittleren und hohen Register einen lauten, klaren Klang hatte, der an eine Barocktrompete  (wegen des „Clarinspiels“ auch als Clarino bezeichnet) erinnerte, wurde es als Clarinetto, also kleine Trompete bezeichnet.

Auch der Wettbewerb im Fach Klarinette stellte an die Teilnehmer höchste Anforderungen, und die Besten haben sich durchgesetzt und mussten nun – wiederum an der Seite des Phil-harmonischen Orchesters unter der souveränen Leitung seines Dirigenten GMD Lutz de Veer – noch einmal ihre ganze Konzentration und Musikalität aufbringen, um sich im Finale behaupten zu können.

Gegenstand des Triells war das Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur, KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791),sein letztes Instrumentalwerk, vollendet 1791, zwei Monate vor seinem Tod. Dieses Solokonzert gliedert sich in 3 Sätze (Allegro – Adagio, das sehr bekannt und beliebt ist – Rondo allegro im 6/8-Takt) und ist vor allem durch die hohen technischen und gestalterischen Anforderungen der Sätze 1 und 3 als Werk für ein Finale bestens geeignet.

Als erster Finalist kam der im Jahre 1990 in Baden-Baden geborene Patrick Alexander Hollich (Deutschland) auf die Bühne. Er spielte u.a. als Solo-Klarinettist mit dem Landesjugendorchester Baden-Württemberg. Seit 2009 studiert er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Norbert Kaiser. Patrick Hollich ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben. Innerhalb von sieben Jahren feierte er mehrere erste Bundespreise in Solo, Duo und Kammermusik. Im Jahre 2009 erreichte er den ersten Preis im Internationalen Lions-Club-Wettbewerb. Drei Jahre darauf gewann er einen Förderpreis beim Deutschen Musikhochschulwettbewerb in Düsseldorf mit dem Dezett-Ensemble der Musikhochschule Stuttgart. Zu seinen solistischen Erfahrungen zählen zahlreiche Konzerte als Solist mit dem Lehrerorchester Freiburg, dem Sinfonieorchester Ludwigsburg, der Philharmonie Baden-Baden und dem Rundfunkorchester Bukarest. Er ist auch ein aktiver und engagierter Schlagzeuger.

Seine Interpretation des Mozart-Konzertes war gekennzeichnet von einer lockeren Verspieltheit, einer differenzierten Tongebung und einer etwas zurückhaltenden Virtuosität. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Vortrag auch Mozart gefallen hätte.

Der nächste war dann Woo Yun Kim (Südkorea). Er wurde 1992 geboren. Nachdem er 2011 seinen Abschluss an der High School of Arts in Seoul bei Chang Hee Lee und Myhung Jin Lim machte, studiert er jetzt an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln bei Ralph Manno. Während seiner High School-Zeit nahm er an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil. So spielte er beispielsweise 2012 im „Concorso Internazionale di Musica Marco Fiorindo“ als Finalist, war im Halbfinale des Internationalen Gheorge Dima Wettbewerbs sowie beim internationalen Klarinetten-Wettbewerb Risbon. Beim internationalen Musikwettbewerb Peking gewann er den dritten Preis und erreichte beim internationalen Klarinetten-Wettbewerb „Saverio Mercadante“ den zweiten Preis. Im Jahre 2009 gab Woo Yun Kim ein Konzert in der „Kumbo Art Hall“ und spielte 2011 in der „Ceramic Palace Hall“.  2013 trat er mit dem Beijing Symphony Orchestra auf.

Ihm merkte man die Aufregung etwas an, doch war auch sein Spiel sehr virtuos, und besonders im 2. Satz konnte er die sprichwörtliche asiatische Reserviertheit ablegen und ein wunderbares ausdrucksstarkes Adagio gestalten.

Da aller guten Dinge nun mal drei sind, so stellte sich auch noch Bettina Aust (Deutschland), die 1988 In Düsseldorf geboren wurde und bei Sabine Meyer an der Musikhochschule Lübeck studierte, der internationalen Jury. Im Februar 2013 hat sie ihr Diplom bei Johannes Peitz an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover absolviert. Zudem hat sie 2011 am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris bei Pascal Moragues studiert.   Mit dem „Rheingold Trio“ und dem „Duo Aust“ konzertiert sie deutschlandweit und machte Rundfunkaufnahmen für den NDR, SWR, WDR, den Deutschlandfunk und das Deutschlandradio. Bettina Aust spielt in Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester, dem Gustav Mahler Jugendorchester und der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musikfestivals.

Ihre souveräne Virtuosität und kontrastreiche Gestaltung der Ecksätze und das ausdrucks-starke, beseelte und spannungsvolle Adagio begeisterten die Zuhörer.

Drei Solisten ergaben drei unterschiedliche Interpretationen, auf die sich das Orchester in gekonnter Weise einstellte und in eine wunderbare Zwiesprache mit dem jeweiligen jungen Künstler trat!

Nach einer Beratungspause der internationalen Jury von ca. 30 Minuten trat wiederum Prof. Peter Damm ans Mikrofon, bedankte sich auch hier bei der Jurorin und den Juroren für ihre geleistete, verantwortungsvolle Arbeit und gab dann das mit Spannung erwartete Ergebnis bekannt:

Den 1. Preis im Fach Klarinetteerrang mit ihrer überzeugenden Interpretation  Bettina Aust (Deutschland). Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben, und somit errangen sowohl Patrick Alexander Hollich (Deutschland) als auch Woo Yun Kim (Südkorea) jeweils einen 3. Preis.

Allen Preisträgern die herzlichsten Glückwünsche für ihren Erfolg und alles Gute für ihre weitere persönliche und musikalische Entwicklung. 

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