Fagottkonzert mit Prof. Frank Forst 2014

(gd) – Erstmalig fand am 17. Februar 2014 auch zu Beginn eines Meisterkurses in der Schuster-Villa ein Konzert statt, das gern zur Tradition werden könnte. Prof. Frank Forst von der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar, der diesen Meisterkurs für Fagott in dieser Woche hier in Markneukirchen leitet, und seine Frau Yukiko Sano als Korrepetitorin stellten sich musikalisch einem kleinen aber sehr interessierten Publikum vor.

Es war, wie Prof. Forst betonte, ein etwas ungewöhnliches Programm für einen Fagott-Konzertabend, denn er spielte ausnahmslos Werke, die sich vom „normalen“ Fagottrepertoire unterscheiden, die nicht nur beim Musikkonsumenten, sondern auch bei den Fagottisten relativ unbekannt sind.

Zu Beginn erklang eine Reminiszenz über La Traviata für Fagott und Klavier von Luigi Orselli, einem der bekanntesten Fagott-Virtuosen des 19. Jahrhunderts. Bereits in diesem ersten Stück begeisterte Prof. Forst mit einer wunderbaren weichen Tongebung bei der Darstellung des Bel-canto-Gesangs der italienischen Oper die Zuhörer.

Auch im nächsten Werk, Phantasie (Ernst und Scherz) von Max Zenger (1837-1911), einem spätromantischen Komponisten, bewies Frank Forst seine herausragenden Fähigkeiten, diese Gegensätze von Ernst und Scherz bis in die feinsten Nuancen musikalisch umzusetzen und zu gestalten.

Ein Nocturno aus Drei Charakterstücke op.83 von Ignaz Lachner (1807-1895), einem deutschen Komponisten und Dirigenten, die erst 2006 im Druck erschienen sind, ließ so manchen Zuhörer ins Träumen geraten. Die verschiedenen Gemütslagen – liedhaft, bewegt, sehnsuchtsvoll, verträumt – wurden mit einer sehr in sich gekehrten Spielweise, in einer wunderbaren Stimmungsmalerei von Prof. Forst dem entrückten und -zückten Publikum nahe gebracht.

Nach drei romantischen Werken erklang dann noch ein ganz neuzeitliches Werk, die Sonate für Fagott und Klavier von Leo Eylar (*1958), die der amerikanische Komponist und Dirigent seinem Freund Frank Forst widmete. Eine bewegende Zwiesprache zwischen Fagott und Klavier, in der die Grenzen des ausschließlich aus Holz hergestellten Fagotts, das Prof. Frank Forst spielt und dessen Entwicklung in der Firma Gebr. Mönnig er begleitete, ausgelotet werden, nahm die Zuhörer gefangen. Eine beeindruckende Performance, in der der Fagott-Solist und die Pianistin die verschiedensten Stimmungen förmlich durchlebten und mit einem furiosen Finale das Konzert beendeten.

Es war ein Konzerterlebnis der Extraklasse, das einfach Lust auf mehr macht! Ein herzliches Danke an Prof. Frank Forst und Yukiko Sano für dieses Musik-Erlebnis!

 

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