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Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen e.V.
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Eröffnungskonzert

Junge Menschen vereint in ihrer Liebe zur Musik oder ein „Fest der Begegnungen“

(gd) – Dank professioneller Arbeit des Organisationsteams im Rathaus konnte der 52. Internationale Instrumentalwettbewerb am 5. Mai 2017 mit einem Konzert eröffnet werden.

Nach der traditionellen Fanfare begrüßte der Bürgermeister unserer Stadt und Vorsitzende des Vereins IIW Markneukirchen e.V., Andreas Rubner, den Präsidenten des IIW für Streichinstrumente, Prof. Julius Berger, als treuen Partner und Wegbegleiter im Wettbewerb, die 18 Juroren aus 11 Ländern und natürlich die 97 Teilnehmer aus 32 Ländern und 4 Kontinenten, die erst „einen solchen Wettbewerb mit Leben erfüllen“.

Mit einem traurigen Blick auf die politische Welt hob Andreas Rubner die Bedeutung der Musik als Kraft spendendes Element, als eine internationale Sprache, die die Menschen unterschiedlicher Nationen und Religionen vereint, hervor. „Ein Wettbewerb ist eben kein Krieg, der Sieger durch Zerstörung und Unterdrückung anderer schafft; er hat keine Verlierer, sondern nur benannte und unbenannte Gewinner!“ Auch wenn viele Teilnehmer keinen Preis gewinnen, so werden sie an Erfahrungen reicher und dem künstlerischen Ziel näher gekommen sein.

Der Bürgermeister verwies auch auf die exorbitante Bedeutung der Stadt Markneukirchen für diesen Wettbewerb: „Der Internationale Instrumentalwettbewerb lebt durch den Ort, in dem er stattfindet. Diese Nähe zu den Herstellern der Instrumente bietet kein anderer Instrumentalwettbewerb in der Welt!“ Teilnehmer und Juroren mögen etwas aufnehmen „von der über 350jährigen Tradition des Musikinstrumentenbaus in Markneukirchen.

Ein Dank ging an Frau Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, die sich auf Bitten der Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas bereit erklärt hat, neben dem Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, die Schirmherrschaft für den 52. Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2017 zu übernehmen.

Der IIW habe eine „breite Basis aus Tradition und Gegenwart, aus Musikinstrumente machenden und Kultur schaffenden Menschen“ und sei seine Herzensangelegenheit trotz aller Sparzwänge. Darum bedankte sich Bürgermeister Rubner zum Schluss auch ganz herzlich bei allen Sponsoren und Helfern, die es immer wieder ermöglichen, einen solch international angesehenen Wettbewerb durchzuführen. Ein großes Dankeschön ging auch an das Sinfonieorchester Markneukirchen für die gute Zusammenarbeit im Rahmen des IIW. 

Auch Prof. Julius Berger bedankte sich bei all denen, die das „Vermächtnis Kurt Masurs“, der dem IIW zum 50. Jubiläum ein ewiges Leben gewünscht hat, weitertragen. Auf die Frage an die Teilnehmer, „warum sind wir hier, welch innere Kräfte bewegen uns?“, verweist er als Antwort auf das Buch des Philosophen Karl Popper „Auf der Suche nach einer besseren Welt“. „Unser Weg, unser Leben, die Musik  ist immer eingebunden in einen höheren Zusammenhang. Es ist notwendig, immer wieder an diese Weitsicht zu erinnern. Zur Bekräftigung seiner Gedanken zitierte Berger einen kleinen Ausschnitt aus dem Gedicht „L'Infinito“ des berühmten italienischen Lyrikers Giacomo Leopardi:

 „Und wenn des Windes Rauschen durch diese Bäume geht, halt ich die Stimme

dem Schweigen, dem unendlichen, entgegen,

ihm zum Vergleich: des Ewigen gedenk ich, der toten Jahreszeiten und der einen,

die heute lebt und tönt. Und so versinken

im Unermesslichen mir die Gedanken, und Schiffbruch ist mir süß in diesem Meere.“

Schiffbruch gehöre zum Künstlerleben und zur Lebenskunst, und das Wesen der Musik aus diesem Blickwinkel bleibe ein ewiges Geheimnis, und „ihre Kristalle hier zu schleifen eine ewige Aufgabe“. Er schärfe „den Magnetismus unseres Kompasses für die Richtung unseres Denkens und Handelns“. Eingedenk der politischen Unwirtlichkeit in vielen Ländern und Regionen der Erde sieht er den musikalischen Wettbewerb als ein Hoffnungszeichen. Musiker brauchen die Begegnung mit anderen Künstlern, anderen Kulturen, denn sie inspiriert, beglückt oder enttäuscht auch manchmal, aber sie bereichert immer!  Auch die Begegnung mit der „einmaligen Kultur dieses Ortes (dem Instrumentenbau) sei von großer Bedeutung, und Berger kenne „keinen Wettbewerb, der diesen so wichtigen Aspekt der Begegnung so stark in den Vordergrund rückt“.

Das Orchester schien von den eindringlichen philosophischen Gedanken des großen Cellisten Berger inspiriert worden zu sein. Nach anfänglich zögerlichem Spiel in der Konzert-Ouvertüre “Im Herbst“, op. 11 von Edvard Grieg entwickelten die Musiker unter der feinfühligen Leitung ihres Dirigenten Matthias Spindler eine musikalische Leidenschaft und Spielfreude, die wohl jeden im Saal in ihren Bann zog. Eine exzellente dynamische Gestaltung und ein souveräner Einsatz der oft melodiebestimmenden Bläser begeisterten. Auch in der Karelia-Suite op. 11 von Jean Sibelius bewiesen die Musiker, dass sie sich mit der nordischen Musik identifizieren können. Besonders das Englischhorn im 2. und die Hörner im 3. Satz über-zeugten.

Der Höhepunkt des Abends war ohne Zweifel das Konzert für Trompete und Orchester von Alexander Arutjunjan (1920-2012) mit dem 1. Preisträger des IIW 2014, Viktor Spáth. Ein wunderbares Zusammenspiel von Solist und Orchester (Viktor Spáth zeigte sich in einem anschließenden kurzen Gespräch begeistert von unserem Sinfonieorchester!) Und der Solist „tummelte“ sich in der Virtuosität dieses Konzertes und ließ die ganze Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten einer Trompete erklingen!

Nach der Pause erklang der Einzugsmarsch der Bojaren (1893) von Johan Halvorsen (1864-1935). Auch hier konnte das Orchester mit einem homogenen Klang und ausdruckstarker Interpretation überzeugen.

Beendet wurde dieses Konzert mit der Lyrischen Suite op. 54 für Orchester von Edvard Grieg. Diese 4 musikalischen Momentaufnahmen klingen zwar recht einfach, doch haben sie es wohl in sich! So hatten die Geigen und Bratschen im Satz „Hirtenknabe“ etwas Mühe, stets im rhythmischen Einklang zu spielen. Doch auch hier begeisterte der Gesamteindruck, und besonders die Flöten mit ihrem virtuosen Spiel im „Zug der Zwerge“ oder die stimmungsvolle, ausdrucksstarke Interpretation des „Notturno“ durch das ganze Orchester waren einfach Spitze!

Ein großes Dankeschön an das Orchester und seinen Dirigenten für dieses wunderschöne Konzert, das die Musiker trotz der Mehrbelastung durch das Jubiläum des Gymnasiums mit viel Leidenschaft und Professionalität erarbeitet haben!

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