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Finale Kontrabass

Ein Kampf vierer Giganten um den Siegerkranz – Finale im Kontrabass

(gd) – Der 52. Internationale Instrumentalwettbewerb geht mit dem Finale im Fach Kontrabass auf die Zielgerade. Und dieses Mal haben sogar vier junge Kontrabassisten die ersehnte letzte Runde erreicht. Dort müssen sie noch einmal ihr ganzes Können unter Beweis stellen, denn kein geringeres Werk als das  Konzert Nr. 2 h-Moll für Kontrabass und Orchester (Allegro moderato-Andante-Allegro) von Giovanni Bottesini (1821-1889) steht auf dem Programm. Begleitet wurden die Solisten von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter der bewährt einfühlsamen Leitung ihres Dirigenten David Marlow.

Bottesini galt als der führende Kontrabass-Virtuose seiner Zeit. Einen Großteil seiner Kompositionen hat er für dieses Instrument geschrieben. Der ungarische Kontrabassist Ödön Rácz über dieses Stück:. „… Dann aber führt es rasch in virtuosen Partien über das ganze Griffbrett. Da habe man auch als ausgefuchster Profi immer wieder großen Respekt davor  mit dem Kontrabass quasi Geige zu spielen. Der langsame Satz ist wie eine große romantische Arie. … doch nicht zu unterschätzen, weil eben doch manche delikate Stelle zu bewältigen ist, bei der sich der Kontrabassist weit über sein Instrument recken muss: Das geht so weit nach oben, dass man auf die Fußspitzen steigen muss, damit man den Ton erreichen kann. Das Finale … ein schmissiges Allegro. Hier kann sich der Solist mit Raffinesse austoben. … aber den Interpreten erwarten pikante Stellen, an denen er zeigen muss, wie gut er sein Instrument beherrscht.“

Nach der Höflichkeitsformel „Ladies first“ ging es nicht, dennoch durfte Maria Krykov  aus Finnland als erste Finalistin auf die Bühne. Sie wurde 1992 geboren und begann ihre Ausbildung bei Lasse Lagercrantz an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Nach einigen Jahren an der Folkwang Universität der Künste schloss sie ihr Bachelor-Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" bei Prof. Matthew McDonald ab, wo sie derzeit ihr Master-Studium absolviert. Als langjähriges Mitglied und Solo-Bassistin des EUYO (European Union Youth Orchestra) sammelte sie früh Erfahrungen im Orchesterspiel; sie spielte u.a. auch im Royal Concertgebouw Orchester in Amsterdam und als Solo-Kontrabassistin im Mahler Chamber Orchestra.

 

 

Maria Krykov stand im Semifinale des ARD Wettbewerbes 2016, gewann einen 2. Preis beim Internationalen Sperger Wettbewerb 2016 und wurde erste Preisträgerin des 1. Internationalen Kontrabass Wettbewerbs Ankara 2015.

Ihr souveränes und inniges Spiel – vor allem im 2. Satz – ihre spieltechnische Beherrschung des Instrumentes und ihre Virtuosität machten deutlich, dass Maria zurecht bis in die Finalrunde vorgedrungen ist.

Als nächster Kandidat betrat Eduardo Rodríguez Romanos aus Spanien die Bühne. Geboren 1988, begann er sein Kontrabassstudium bei Angel Santafé und Lucian Ciorata am Conservatorio Superior de Música „Rafael Orozco“ in Córdoba. 2010 ging er nach Berlin, wo er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Esko Laine fortsetzte. Von 2010 bis 2012 war er Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters. Im Anschluss wurde er in die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker aufgenommen. Damit verbunden waren Auftritte in den renommiertesten Konzertsälen der Welt mit berühmten Musikern wie u.a. Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Andris Nelsons, Sir Colin Davies u.a.

Als Solist hat Rodriguez mit dem Córdoba Sinfonieorchester und dem Orquesta Sinfónica de Castilla y León gearbeitet und ist seit 2016  Stellvertretender Solo-Kontrabassist der Essener Philharmoniker.

Dass er sein Instrument beherrscht und über hervorragende musikalische Gestaltungsmittel verfügt, hat er in den Auswahlrunden zuvor immer wieder bewiesen. Nur in der Finalrunde konnte er an seine sehr guten Leistungen nicht anknüpfen. Es gelang ihm nicht immer, diese wunderschöne Musik trotz feinfühligen Spiels dem Publikum nahezubringen.

Der dritte im Bunde war Andreas Ehelebe  aus Deutschland.Geboren 1994 erhielt Andreas ab 1999 Klavierunterricht an der Kreismusikschule Wernigerode, anschließend ab dem Jahre 2005 Kontrabassunterricht bei Andreas Nettels. In der Folgezeit sammelte er erste Orchestererfahrung im Jugendkammerorchester Wernigerode, im Sinfonischen Musikschulorchester Sachsen-Anhalt und im Landesjugendblasorchester Niedersachsen. Er war mehrfach Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend Musiziert”. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Südamerika und Asien unter Dirigenten wie Markus Stenz, Mario Venzago und Sir Simon Rattle. Er erhielt Unterricht bei Prof. Frithjof-Martin Grabner an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Seit Oktober 2013 studiert er an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Prof. Dorin Marc. Im Mai 2014 wurde er Mitglied in der Jungen Deutschen Philharmonie und sammelte weitere Orchestererfahrung. 2015 wurde Andreas Ehelebe Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs und erreichte die Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler.

Seine Interpretation des Bottesini-Konzertes begeisterte das fachkundige Publikum. Obwohl Goethe einmal von des „Basses Grundgewalt“ sprach, so widerlegte Andreas dieses Wort mit seiner ausdrucksstarken, mitreißenden und überzeugenden musikalischen Gestaltung. Bei ihm spürte man eine musikalische Leidenschaft, die bei den anderen Finalisten etwas zu kurz kam! Der Kontrabass „kann singen und jubeln und uns in eine andere Welt führen“!

Mit Indivara Stivín (Tschechische Republik) kam zum Schluss das Küken dieses Wettbewerbes zu Wort oder besser zu Ton. Er wurde 2001 in Prag geboren und begann sehr früh Klavier und Geige zu spielen. Im Alter von 9 Jahren entdeckte er seine Liebe zum Kontrabass und begann neben dem Spiel auf diesem Instrument auch eigene Kontrabass-Kompositionen zu schreiben. Indivara studiert bei Dalibor Tkadlčík, dem Solobassisten der Staatsoper Prag und nimmt noch zusätzlich Privatunterricht bei Jan Krigovsky. Er gewann bereits zahlreiche nationale und internationale Preise. Dazu gehören erste Preise bei internationalen Kontrabasswettbewerben in Blatna, Tschechische Republik (2012, 2014, 2016), in Wroclaw, Polen (2013), in Ostrava (2015) und in Holice (2016). Außerdem erhielt er einen Sonderpreis für außergewöhnliche Musiker unter 17 Jahren beim „Victor Dijon de Monteton Award" Zürich, Schweiz.

Indi Stivin konnte ebenfalls in diesem Finale nicht immer an seine herausragenden Leistungen in den 3 Auswahlprüfungen anknüpfen. Ihm fehlte es noch an der nötigen musikalischen Reife, um solch ein anspruchsvolles Werk adäquat zu interpretieren.

 

Nach einer intensiven Beratung, in der es sich die 9 Juroren mit der Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht haben, wurde das Ergebnis durch den Präsidenten Prof. Julius Berger bekanntgegeben:

1.      Preisträger …………………………………………………… Andreas Ehelebe (D)
2.      Preisträgerin………………………………………………… Maria Krykov (FIN)
3.      Preisträger …………………………………………………… Indivara Stivin (CZ)
4.      Platz ……………………………………………………………. Eduardo Rodriguez Romanos (ESP)

 

Allen Finalisten und Preisträgern die herzlichsten Glückwünsche und weiterhin viel Erfolg in ihrer künstlerischen Laufbahn.

 

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