KONTAKT

Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen e.V.
Am Rathaus 2
08258 Markneukirchen
Deutschland
Telefon: +49 (0) 37422 41160/61
Fax: +49 (0) 37422 41169
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

iim 8 6 3

Blaskonzert

„Das sind wir – ein Abend mit dem Blasorchester Markneukirchen“

(gd) – Zu den Höhepunkten im Rahmenprogramm des Internationalen Instrumentalwettbewerbes in Markneukirchen gehört auch das traditionelle Konzert unseres Blasorchesters. Wie in den letzten Jahren stand auch das Konzert am 9. Mai 2017 unter einem ganz bestimmten Motto. Mit „Das sind wir“ wollten sich die Musiker dieses hervorragenden Klangkörpers wieder einmal vorstellen, präsentieren und in Erinnerung rufen.

Und das war wohl auch nötig, denn viele Markneukirchner und andere Blasmusikfreunde scheinen vergessen zu haben, dass unsere Stadt sich glücklich schätzen kann, solch ein exzellentes Blasorchester in seinen Mauern (und seiner Halle) beherbergen zu können! Ja, leider war der Besucherandrang zu diesem Konzert recht überschaubar, und das war sehr, sehr schade, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, in einem Konzert alle Register eines Blasorchesters auch solistisch erleben zu können. Und da konnte man dann auch hören, welche Vollblutmusiker in diesem Orchester stecken, mit welch musikalischer Leidenschaft und instrumentalen Fähigkeiten hier musiziert wird. Und so würden wohl als ständiges Motto bei seinen Konzerten auch die Worte aus dem bekannten Song „Music“ von John Miles durchaus zutreffen: „Music was my first love and it will be my last“ (Die Musik war meine erste Liebe und sie wird meine letzte sein)

Dieser Titel war auch ein Programmpunkt des Abends, in dem Vincent Silling mit seiner E-Gitarre  den Sound des Orchesters noch bereicherte.

Es war wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm, durch das Jörg Simmat aus Plauen in einer lockeren, humorvollen Moderation, die die Zuhörer oft schmunzeln ließ, aber auch so manch Informatives bereithielt, führte.

Aus diesem reichhaltigen musikalischen Angebot fällt es schwer, besondere Höhepunkte heraus zu picken! So erklang (wohl unter der Rubrik „Das waren wir“!) die Ouvertüre „Schönbrunner Glas“,  ein Auftragswerk für den VEB Messinstrumente Schönbrunn, das unter Albrecht Herrmann in DDR-Zeiten berühmt geworden ist. In diesem Zusammenhang wusste Simmat auch so manches aus der Historie des Blasorchesters zu berichten, wie z.B. vor 70 Jahren der Wechsel von A. Herrmann vom Finanzamt Adorf nach Markneukirchen als Musiklehrer, wo er auch bald seine Karriere als Dirigent des Markneukirchner Blasorchesters startete. In dieser Ouvertüre von Klaus-Peter Bruchmann konnte man schon einmal zwei Instrumente aus dem Orchester solistisch hören – das Englischhorn (A. Fassl) und das Altsaxophon (U. Schumacher). 

Ein weiteres musikalisches Schmankerl stammt von dem Polizisten Gerhard Thürmer, dem Leiter des Schweriner Polizeiorchesters. Er komponierte das konzertante Stück „Das solistische Orchester“, bestens geeignet für dieses Motto „Das sind wir“, denn hier konnten sich fast alle Instrumentengruppen (Klarinetten, Fagott, Flügelhörner, Tenorhörner und Baritons, die Tuben und Posaunen) solistisch vorstellen. Und das geschah mit Souveränität und Musizierfreude, die überzeugte. In einem ausgewogenen Orchesterklang konnten sich die Soloinstrumente gut „ins rechte Licht setzen“.

Im nächsten Stück, „Buglers Holyday – Solo für drei Trompeten“ von Leroy Anderson, durfte dann das gesamte Trompetenregister mit der sogenannten Doppelzunge brillieren. Mit „Hinterm Horizont“ von Udo Lindenberg gab es einen kleinen Abstecher mit dem Gesangs-Duo Sabine und Jürgen Kaiser in die Popmusik, bevor dann zwei Piccoloflöten, Lilly Menzel und Jochen Krebs,  „Die beiden kleinen Finken“ durch die Musikhalle flattern und singen ließen – eine wunderschöne, beschwingte Polka von Henry Kling, die wohl den schon überfälligen Frühling herbei lockte.

Julius Habel spielte dann auf seinem Tenorhorn die wunderschöne walisische Volksweise „Myfanwy“. Mit seiner weichen, ausdrucksvollen Spielweise ließ er den Schmerz eines verschmähten Liebhabers über seine unglückliche Liebe erahnen.

Es folgten weitere Stücke, die charakteristisch sind für ein Blasorchester, wie z.B. der Astronautenmarsch (Josef Ullrich), das Polka-Lied „Nun geht’s los“ (Roland Müller) oder auch ein Marsch-Medley (Hans Hartwig), in dem vor allem preußische Märsche erklangen.

Ein weiterer Ohrenschmaus war das Lied „Ich gehör‘ nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ von Sylvester Levay. Lilly Menzel, bereits als Flötistin in Erscheinung getreten, sang dieses eindringliche Lied mit sehr viel Einfühlungsvermögen und klarer Stimme, und das Orchester ließ der Sängerin mit seiner dezenten Begleitung  viel Spielraum zur Entfaltung ihrer Stimme. Und auch das zweite Lied „Et maintenant“, das man bereits im vorjährigen Konzert hören konnte, reihte sich nahtlos in das Merkmal „Ohrenschmaus“ ein.

Nach dem oben erwähnten Song „Music“ erklangen dann noch die Abschiedspolka „Einen Abend lang“ (…wurde das treue Publikum wunderbar unterhalten!!) von Paul Adamek, der Markneukirchner Musikantenmarsch von A. Herrmann (Pflichtstück für das Orchester und endlich etwas zum Mitklatschen!), und als Zugabe der Deutschmeister Regimentsmarsch von W.A. Jurek – auch hier klatschte das Publikum, dirigiert von Dr. E. Weller, begeistert mit. Als Dankeschön und Wunsch für die Nacht an die Zuhörer spielte das Orchester in wunderbar sanfter Weise noch das bekannte Abendlied „Guten Abend, gut‘ Nacht“.

Ein schöner Abschluss eines schönen Abends – Ein herzliches Danke an die beiden Dirigenten Dr. Enrico Weller und Jochen Krebs, an die zahlreichen Solisten, an das Orchester und natürlich auch an Jörg Simmat, der versuchte, die anfänglich etwas bedrückte Stimmung ob der geringen Besucherzahl aufzumuntern. 

Drucken

Archiv Pressemeldungen