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Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen e.V.
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Ergebnis der 3. Auswahlprüfung

Finalisten in den Fächern Viola und Kontrabass stehen fest

(cs) Für die beiden Finalrunden des 52. Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen in den Fächern Viola und Kontrabass konnten sich insgesamt 7 junge Musikerinnen und Musiker qualifizieren. Nach Abschluss der dritten Auswahlprüfung standen sie als beste der verbliebenen 14 Kandidaten fest.

Sejune Kim (Südkorea), Diyang Mei (China) und Karolina Errera (Russland) werden nun am Freitag, den 12. Mai 2017 ab 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen in der Finalrunde im Fach Viola erneut vor die neunköpfige internationale Jury treten und um die Preise spielen. Sie werden ihr außergewöhnliches Können mit dem Violakonzert Béla Bartók erneut unter Beweis stellen.

Bereits am Tag davor werden um 19.00 Uhr am gleichen Ort die 4 Finalisten des Fachs Kontrabass auftreten. Sie präsentieren sich mit dem Konzert Nr. 2 h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini.

Begleitet werden alle Finalisten von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter der Leitung ihres Chefdirigenten David Marlow. Karten für beide Veranstaltungen können zum Preis von 3 Euro an der Abendkasse erworben werden.

Neben den erfahrenen Damen und Herren der internationalen Jury ist auch das Publikum an beiden Abenden aufgerufen, seinen Favoriten zu wählen. Der Publikumspreisträger wird dann im Rahmen des Preisträgerkonzertes am Samstag, den 13. Mai 2017, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen bekanntgegeben und erhält einen Viola- oder Kontrabassbogen eines vogtändischen Bogenmachermeisters im Wert von 2.500 Euro, gestiftet von der Sparkasse Vogtland.

Die Finalisten im Fach Viola

Karolina Errera (Russland), geb. 1993

Karolina Errera begann von früher Kindheit an, Musik zu lernen. Ihr erstes Instrument war die Violine, erst danach die Viola. Von 1999 bis 2011 studierte sie an der Zentralen Musikschule des Moskauer Tschaikowsky Konservatoriums in der Klasse von Maria Sitkovskaya. Seit 2011 ist sie Studentin an der Universität der Künste Berlin in der Klasse von Prof. Willfried Strehle.

Die junge Bratschistin ist vielfache Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe. 2009 gewann sie einen 2. Preis beim Internationalen Wettbewerb für junge Musiker in Moskau. 2013 erspielte sie sich einen Sonderpreis beim Internationalen Yuri Bashmet Viola-Wettbewerb in Moskau, sowie einen 1. Preis beim Internationalen Jan Rakowski Viola-Wettbewerb in Polen.

Bereits als Schülerin konzertierte sie als Solo-Bratschistin mit verschiedenen Kammer- und Jugendsinfonieorchestern und gab Konzerte in Russland und Europa. Seit 2012 hat sie regelmäßig an verschiedenen Musikfestivals und Meisterklassen, wie dem Verbier Festival, dem „Chamber Music Connects the World“ Festival der Kronberg Academy, der Internationalen Sommerakademie Mozarteum und dem Prades Pablo Casals Festival teilgenommen. Karolina Errera hat mit renommierten Musikern wie Torleif Thedéen, Christian Tetzlaff, Gidon Kremer und Steven Isserlis zusammengearbeitet. Auf Empfehlung der Deutschen Stiftung Musikleben nahm sie 2014 an der Kammermusik-Akademie des Heidelberger Frühlings teil.

Von 2008 bis 2010 wurde sie mit einem Stipendium und Konzerten durch die Vladimir Spivakov-Wohltätigkeitsstiftung gefördert.

Seit 2014 wird sie von der Deutschen Stiftung Musikleben mit Konzertauftritten gefördert. So spielte sie im Frühjahr 2015 beim Preisträgerkonzert des 23. Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und beim Konzert am Vorabend zur Kuratoriumssitzung der Deutschen Stiftung Musikleben in den Deichtorhallen Hamburg. Im Mai 2015 umrahmte sie auf Vorschlag der Stiftung musikalisch das Staatsbankett zu Ehren des Präsidenten des Staates Israel im Schloss Bellevue in Berlin.

Als Preisträgerin des 22. Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds stellt ihr die Deutsche Stiftung Musikleben seit Februar 2014 leihweise eine Viola von Haiko Seifert, Plauen 2010, aus dem Besitz der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung.

Seit Dezember 2015 ist Karolina in der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker.

 

Sejune Kim (Südkorea), geb. 1988

Sejune Kim begann mit sechs Jahren Geige zu spielen. Später wechselte er zur Bratsche. Sejune Kim erhielt zahlreiche Preise, wie den Ersten Preis beim 9. Jan Rakowski Viola-Wettbewerb in Polen, einen Zweiten Preis des Hindemith Wettbewerbs der Viola-Stiftung Walter Witte (bei gleichzeitiger Nichtvergabe des Ersten Preises) in Frankfurt am Main und den dritten Preis beim Max Rostal Wettbewerb 2015 in Berlin. Im gleichen Jahr gewann er den 23. Wettbewerb des Instrumentenfonds der Deutsche Stiftung Musikleben im Fach Viola. Er spielt auf einer Bratsche von Stephan von Baehr 2009, Paris. 

Mit seinem Abel Quartett gewann Sejune Kim den 2. Preis beim August-Everding-Wettbewerb im Fach Streichquartett 2014 in München und den 1 .Preis beim Joseph Haydn Wettbewerb 2015 in Wien, Österreich. Im selben Jahr gewann er den 2. Preis beim Kammermusikwettbewerb Lyon sowie den 3. Preis beim Genfer Wettbewerb im Fach Streichquartett.

Sejune Kim spielte als Solist u. a. mit dem Konzerthausorchester Berlin, dem Milton Keynes Orchester, dem Philharmonischen Orchester Baden Baden, dem Jugend Orchester Baden Baden, dem Seoul Symphony Orchester und dem GMMFS Orchester sowie zusammen mit bekannten Musikern wie Natalia Gutman, Kolja Blacher, Mischa Maisky, Hannah Chang und den Sejong Soloists.

Er ergänzte seine Ausbildung durch die Meisterkurse bei Nobuko Imai, Hartmut Rohde, Friedemann Weigle, Gath Knox, Vincent Royer, Lawrence Dutton, Tobi Apple, Rainer Schmidt, Eberhard Feltz, Heime Müller und beim Cuarteto Casals.

Nach dem Bachelorstudium studierte Sejune Kim im Masterstudiengang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Tabea Zimmermann. Anschließend studierte er parallel Solo-Master an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Hartmut Rohde und gemeinsam mit seinem Streichquartett an der HfMT München bei Prof. Christoph Poppen und Prof. Hariolf Schlichtig. Zurzeit setzt er sein Studium an der HfMTM Hannover bei Prof. Volker Jacobsen fort.

 

Diyang Mei (China), geb. 1994

Diyang Mei begann seine Violinausbildung mit fünf Jahren. Ab 2005 besuchte er die an das Central Conservatory of Music angegliederte Schule mit dem Hauptfach Viola in der Klasse von Prof. Shaowu Wang. Bereits in dieser Zeit erhielt er mehrere Stipendien und gewann zahlreiche internationale Preise.

Er spielte mit zahlreichen Sinfonieorchestern und besuchte Meisterkurse u.a. bei Hariolf Schlichtig, Matthias Buchholz, Pinchas Zukerman, Nobuko Imai, Roberto Diaz, Günter Pichler und Valentin Erben. Im Oktober 2012 wurde Diyang Mei als Vertreter der chinesischen Musikervereinigung gewählt. Im Dezember desselben Jahres gewann er den Preis des Central Conservatory of Music. Seit 2014 studiert Diyang Mei bei Prof. Hariolf Schlichtig an der Hochschule für Musik und Theater München. Seit 2016 ist er Stipendiat bei der Yehudi Menuhin Stiftung Live Music Now München e.V.

Zu Seinen wichtigsten Auszeichnungen zählen u.a. der Erste Preis beim Nationalen Violawettbewerb in Peking/China 2007, der Erste Preis und ein Sonderpreis beim 10. Internationalen Viola- und Violoncellowettbewerb in Villa de Llanes, Spanien 2008, der Erste Preis beim Wettbewerb für Streichquartett der 8. Tagung der chinesischen Musik "Jinzhong" 2011, der Erste Preis und weitere Auszeichnungen beim IVC Young Artist Competition in Rochester 2012, der Erste Preis beim Polnischen Internationalen Musikfestival in Pila 2012, der Erste Preis beim 19. Internationalen Brahms Musikwettbewerb für Viola in Österreich 2012, der Erste Preis beim Gasteig-Musikwettbewerb in München 2015 sowie der Erste Preis und der Preis der Freunde Junger Musiker beim Internationalen Max Rostal Musikwettbewerb für Viola in Berlin 2015.

 

Die Finalisten im Fach Kontrabass

Andreas Ehelebe (Deutschland), geb. 1994

Andreas Ehelebe erhielt ab 1999 Klavierunterricht an der Kreismusikschule Wernigerode bei Frau Brünnhild Brewitz, anschließend ab dem Jahre 2005 Kontrabassunterricht bei Andreas Nettels.

In der Folgezeit sammelte er erste Orchestererfahrung im Jugendkammerorchester Wernigerode, im Sinfonischen Musikschulorchester Sachsen-Anhalt und im Landesjugendblasorchester Niedersachsen. Er war mehrfach Preisträger beim Bundeswettbewerb “Jugend Musiziert” in den Kategorien Kontrabass solo und Duo Streichinstrument/Klavier.

In den Jahren 2010-2013 war er Mitglied im Bundesjugendorchester, seit 2011 als Solokontrabassist. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Südamerika und Asien unter Dirigenten wie Markus Stenz, Mario Venzago und Sir Simon Rattle. Seit 2010 erhielt Andreas Ehelebe Unterricht bei Prof. Frithjof-Martin Grabner an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Im April 2013 absolvierte er sein Abitur am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode. Im September 2013 nahm er am Deutschen Kammermusikkurs und Zusammenspiel u. A. mit Prof. Martin Spangenberg, Prof. Elisabeth Weber und Mitgliedern des Fauré-Quartetts teil. Seit Oktober 2013 studiert er an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Prof. Dorin Marc. Im Mai 2014 wurde er Mitglied in der Jungen Deutschen Philharmonie und sammelt weitere Orchestererfahrung in der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musikfestivals, beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und dem SWR Sinfonieorchester Freiburg Baden-Baden.

2015 wurde Andreas Ehelebe Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs und erreichte die Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler. Im gleichen Jahr gewann er den ersten Preis und Publikumspreis beim Internationalen Bodensee Musikwettbewerb.

 

Maria Krykov (Finnland), geb. 1992

Die finnische Bassistin Maria Krykov begann ihre Ausbildung bei Lasse Lagercrantz an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Nach einigen Jahren an der Folkwang Universität der Künste schloss sie ihr Bachelor-Studium an der HfM "Hanns Eisler" bei Prof. Matthew McDonald ab, wo sie derzeit ihr Master-Studium absolviert.

Als langjähriges Mitglied, sowie als Solo-Bassistin des EUYO sammelte sie früh Erfahrungen im Orchesterspiel. Von 2012-2013 war Maria Krykov Praktikantin im Gürzenich-Orchester Köln und begann 2016 mit der Ferenc-Frischey-Orchesterakademie. Des Weiteren spielte sie im Royal Concertgebouw Orchester in Amsterdam und als Solo-Kontrabassistin im Mahler Chamber Orchestra.

Als Kammermusikerin war sie zu Gast beim Kuhmo Chamber Music Festival seit 2012, sowie bei Festivals in Helsinki und Sysmä.

Maria Krykov stand in Semifinale des ARD Wettbewerbes 2016, gewann einen 2. Preis beim Internationalen Sperger Wettbewerb 2016 und wurde erste Preisträgerin des 1. Internationalen Kontrabass Wettbewerbs Ankara 2015.

 

Eduardo Rodríguez Romanos (Spanien), geb. 1988

Nach frühem Klavierunterricht bei seinem Vater, begann Eduardo Rodríguez Romanos sein Kontrabassstudium bei Angel Santafé und Lucian Ciorata am Conservatorio Superior de Música „Rafael Orozco“ in Córdoba. 2010 zog er nach Berlin um, wo er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Esko Laine fortsetzte. Rodriguez wurde mit zahlreichen Stipendien u.a. der Alexander von Humboldt-DAAD Stiftung (2011), der JONDE-BBVA Stiftung (2010) sowie der Ibercaja Sparkassen Stiftung (2009) ausgezeichnet.

2010 bis 2012 war Eduardo Rodriguez Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters. Im Anschluss wurde er in die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker aufgenommen. Damit verbunden waren Auftritte in den renommiertesten Konzertsälen der Welt mit Dirigenten und Solisten wie u.a. Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Andris Nelsons, Sir Colin Davies, Christian Thielemann, Riccardo Chailly, Bernard Haitink, Herbert Blomstedt, Frank Peter Zimmermann, Maurizio Pollini, Krystian Zimerman und Hilary Hahn zusammen.

Eduardo Rodriguez hat u. a. mit den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem Mahler Chamber Orchestra, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem Rundfunk-

Sinfonieorchester Berlin, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Berliner Kammerorchester, dem European Philharmonic of Switzerland, dem Real Orquesta Sinfónica de Sevilla, dem Orquesta Nacional de España und dem Joven Orquesta Nacional de España gespielt.

Als Kammermusiker tritt er regelmäßig bei verschiedenen Festivals auf wie dem Festival MPHIL 360° mit Valery Gergiev, bei den Kasseler Musiktage, dem Festival Septembre Musical Montreux-Vevey, dem International Chamber Music Festival “Joaquin Turina” Sevilla sowie bei einer Tournee durch Russland mit der Russisch-Deutschen Musikakademie. Er musizierte dabei u.a. mit Tomoko Takahashi, Simon Bernardini, Silvia Simonescu, Torleif Thedéen, Diana Tishchenko, Bruno Delepelaire, Sophie Dartigalongue, Jakob Stepp, Nikolaus Rexroth, Mika Hakhnazaryan, Alexandra Conunova-Dumortier, Andreas Feldmann und dem ETHOS Quintett

Als Solist hat Rodriguez mit dem Córdoba Sinfonieorchester und dem Orquesta Sinfónica de Castilla y León gearbeitet und hat Solo-Rezitals in Berlin, Sevilla, Córdoba, Granada, Valladolid und Santiago de Compostela gespielt.

2014-2015 war Eduardo Rodriguez Vorspieler der Kontrabässe des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und ist seit 2016 Stellvertretender Solo-Kontrabassist der Essener Philharmoniker.

Wertvolle künstlerische Impulse erhielt Rodriguez von Margaret Urquhart, Dorin Marc, Slawomir Grenda, Matthew McDonald, Janne Saksala, Giuseppe Ettore und Nahbir Sehata. Eduardo Rodriguez spielt einen Couesnon “de Mirecourt” von ca. 1930.


Indivara Stivín (Tschechische Republik), geb. 2001

Indi Stivín wurde 2001 in Prag in eine musikalische Familie geboren. Er begann sehr früh Klavier und Geige zu spielen. Im Alter von 9 Jahren entdeckte er seine Liebe zum Kontrabass wegen dessen tiefen und beruhigenden Klanges und begann neben dem Spiel auf diesem Instrument auch eigene Kontrabass-Kompositionen zu schreiben.
Indi Stivín studiert bei Dalibor Tkadlčík, dem Solobassisten der Staatsoper Prag und nimmt Privatunterricht mit Jan Krigovsky in Senec, Slowakei.
Er gewann bereits zahlreiche nationale und internationale Preise. Dazu gehören erste Preise bei internationalen Kontrabasswettbewerben in Blatna, Tschechische Republik (2012, 2014, 2016), in Wroclaw, Polen (2013), in Banska Bystrica, Slowakei („Carl Ditters von Dittersdorf", 2013, 2014, 2015, 2016), in Ostrava, Tschechische Republik („PRO BOHEMIA", 2015) und in Holice, Tschechische Republik („František Černý und Jan Geissel", 2016). Außerdem erhielt er einen Sonderpreis für außergewöhnliche Musiker unter 17 Jahren beim "Victor Dijon de Monteton Award" Zürich, Schweiz.

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Finale Kontrabass

Ein Kampf vierer Giganten um den Siegerkranz – Finale im Kontrabass

(gd) – Der 52. Internationale Instrumentalwettbewerb geht mit dem Finale im Fach Kontrabass auf die Zielgerade. Und dieses Mal haben sogar vier junge Kontrabassisten die ersehnte letzte Runde erreicht. Dort müssen sie noch einmal ihr ganzes Können unter Beweis stellen, denn kein geringeres Werk als das  Konzert Nr. 2 h-Moll für Kontrabass und Orchester (Allegro moderato-Andante-Allegro) von Giovanni Bottesini (1821-1889) steht auf dem Programm. Begleitet wurden die Solisten von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter der bewährt einfühlsamen Leitung ihres Dirigenten David Marlow.

Bottesini galt als der führende Kontrabass-Virtuose seiner Zeit. Einen Großteil seiner Kompositionen hat er für dieses Instrument geschrieben. Der ungarische Kontrabassist Ödön Rácz über dieses Stück:. „… Dann aber führt es rasch in virtuosen Partien über das ganze Griffbrett. Da habe man auch als ausgefuchster Profi immer wieder großen Respekt davor  mit dem Kontrabass quasi Geige zu spielen. Der langsame Satz ist wie eine große romantische Arie. … doch nicht zu unterschätzen, weil eben doch manche delikate Stelle zu bewältigen ist, bei der sich der Kontrabassist weit über sein Instrument recken muss: Das geht so weit nach oben, dass man auf die Fußspitzen steigen muss, damit man den Ton erreichen kann. Das Finale … ein schmissiges Allegro. Hier kann sich der Solist mit Raffinesse austoben. … aber den Interpreten erwarten pikante Stellen, an denen er zeigen muss, wie gut er sein Instrument beherrscht.“

Nach der Höflichkeitsformel „Ladies first“ ging es nicht, dennoch durfte Maria Krykov  aus Finnland als erste Finalistin auf die Bühne. Sie wurde 1992 geboren und begann ihre Ausbildung bei Lasse Lagercrantz an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Nach einigen Jahren an der Folkwang Universität der Künste schloss sie ihr Bachelor-Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" bei Prof. Matthew McDonald ab, wo sie derzeit ihr Master-Studium absolviert. Als langjähriges Mitglied und Solo-Bassistin des EUYO (European Union Youth Orchestra) sammelte sie früh Erfahrungen im Orchesterspiel; sie spielte u.a. auch im Royal Concertgebouw Orchester in Amsterdam und als Solo-Kontrabassistin im Mahler Chamber Orchestra.

 

 

Maria Krykov stand im Semifinale des ARD Wettbewerbes 2016, gewann einen 2. Preis beim Internationalen Sperger Wettbewerb 2016 und wurde erste Preisträgerin des 1. Internationalen Kontrabass Wettbewerbs Ankara 2015.

Ihr souveränes und inniges Spiel – vor allem im 2. Satz – ihre spieltechnische Beherrschung des Instrumentes und ihre Virtuosität machten deutlich, dass Maria zurecht bis in die Finalrunde vorgedrungen ist.

Als nächster Kandidat betrat Eduardo Rodríguez Romanos aus Spanien die Bühne. Geboren 1988, begann er sein Kontrabassstudium bei Angel Santafé und Lucian Ciorata am Conservatorio Superior de Música „Rafael Orozco“ in Córdoba. 2010 ging er nach Berlin, wo er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Prof. Esko Laine fortsetzte. Von 2010 bis 2012 war er Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters. Im Anschluss wurde er in die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker aufgenommen. Damit verbunden waren Auftritte in den renommiertesten Konzertsälen der Welt mit berühmten Musikern wie u.a. Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Andris Nelsons, Sir Colin Davies u.a.

Als Solist hat Rodriguez mit dem Córdoba Sinfonieorchester und dem Orquesta Sinfónica de Castilla y León gearbeitet und ist seit 2016  Stellvertretender Solo-Kontrabassist der Essener Philharmoniker.

Dass er sein Instrument beherrscht und über hervorragende musikalische Gestaltungsmittel verfügt, hat er in den Auswahlrunden zuvor immer wieder bewiesen. Nur in der Finalrunde konnte er an seine sehr guten Leistungen nicht anknüpfen. Es gelang ihm nicht immer, diese wunderschöne Musik trotz feinfühligen Spiels dem Publikum nahezubringen.

Der dritte im Bunde war Andreas Ehelebe  aus Deutschland.Geboren 1994 erhielt Andreas ab 1999 Klavierunterricht an der Kreismusikschule Wernigerode, anschließend ab dem Jahre 2005 Kontrabassunterricht bei Andreas Nettels. In der Folgezeit sammelte er erste Orchestererfahrung im Jugendkammerorchester Wernigerode, im Sinfonischen Musikschulorchester Sachsen-Anhalt und im Landesjugendblasorchester Niedersachsen. Er war mehrfach Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend Musiziert”. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Südamerika und Asien unter Dirigenten wie Markus Stenz, Mario Venzago und Sir Simon Rattle. Er erhielt Unterricht bei Prof. Frithjof-Martin Grabner an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Seit Oktober 2013 studiert er an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Prof. Dorin Marc. Im Mai 2014 wurde er Mitglied in der Jungen Deutschen Philharmonie und sammelte weitere Orchestererfahrung. 2015 wurde Andreas Ehelebe Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs und erreichte die Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler.

Seine Interpretation des Bottesini-Konzertes begeisterte das fachkundige Publikum. Obwohl Goethe einmal von des „Basses Grundgewalt“ sprach, so widerlegte Andreas dieses Wort mit seiner ausdrucksstarken, mitreißenden und überzeugenden musikalischen Gestaltung. Bei ihm spürte man eine musikalische Leidenschaft, die bei den anderen Finalisten etwas zu kurz kam! Der Kontrabass „kann singen und jubeln und uns in eine andere Welt führen“!

Mit Indivara Stivín (Tschechische Republik) kam zum Schluss das Küken dieses Wettbewerbes zu Wort oder besser zu Ton. Er wurde 2001 in Prag geboren und begann sehr früh Klavier und Geige zu spielen. Im Alter von 9 Jahren entdeckte er seine Liebe zum Kontrabass und begann neben dem Spiel auf diesem Instrument auch eigene Kontrabass-Kompositionen zu schreiben. Indivara studiert bei Dalibor Tkadlčík, dem Solobassisten der Staatsoper Prag und nimmt noch zusätzlich Privatunterricht bei Jan Krigovsky. Er gewann bereits zahlreiche nationale und internationale Preise. Dazu gehören erste Preise bei internationalen Kontrabasswettbewerben in Blatna, Tschechische Republik (2012, 2014, 2016), in Wroclaw, Polen (2013), in Ostrava (2015) und in Holice (2016). Außerdem erhielt er einen Sonderpreis für außergewöhnliche Musiker unter 17 Jahren beim „Victor Dijon de Monteton Award" Zürich, Schweiz.

Indi Stivin konnte ebenfalls in diesem Finale nicht immer an seine herausragenden Leistungen in den 3 Auswahlprüfungen anknüpfen. Ihm fehlte es noch an der nötigen musikalischen Reife, um solch ein anspruchsvolles Werk adäquat zu interpretieren.

 

Nach einer intensiven Beratung, in der es sich die 9 Juroren mit der Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht haben, wurde das Ergebnis durch den Präsidenten Prof. Julius Berger bekanntgegeben:

1.      Preisträger …………………………………………………… Andreas Ehelebe (D)
2.      Preisträgerin………………………………………………… Maria Krykov (FIN)
3.      Preisträger …………………………………………………… Indivara Stivin (CZ)
4.      Platz ……………………………………………………………. Eduardo Rodriguez Romanos (ESP)

 

Allen Finalisten und Preisträgern die herzlichsten Glückwünsche und weiterhin viel Erfolg in ihrer künstlerischen Laufbahn.

 

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Blaskonzert

„Das sind wir – ein Abend mit dem Blasorchester Markneukirchen“

(gd) – Zu den Höhepunkten im Rahmenprogramm des Internationalen Instrumentalwettbewerbes in Markneukirchen gehört auch das traditionelle Konzert unseres Blasorchesters. Wie in den letzten Jahren stand auch das Konzert am 9. Mai 2017 unter einem ganz bestimmten Motto. Mit „Das sind wir“ wollten sich die Musiker dieses hervorragenden Klangkörpers wieder einmal vorstellen, präsentieren und in Erinnerung rufen.

Und das war wohl auch nötig, denn viele Markneukirchner und andere Blasmusikfreunde scheinen vergessen zu haben, dass unsere Stadt sich glücklich schätzen kann, solch ein exzellentes Blasorchester in seinen Mauern (und seiner Halle) beherbergen zu können! Ja, leider war der Besucherandrang zu diesem Konzert recht überschaubar, und das war sehr, sehr schade, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, in einem Konzert alle Register eines Blasorchesters auch solistisch erleben zu können. Und da konnte man dann auch hören, welche Vollblutmusiker in diesem Orchester stecken, mit welch musikalischer Leidenschaft und instrumentalen Fähigkeiten hier musiziert wird. Und so würden wohl als ständiges Motto bei seinen Konzerten auch die Worte aus dem bekannten Song „Music“ von John Miles durchaus zutreffen: „Music was my first love and it will be my last“ (Die Musik war meine erste Liebe und sie wird meine letzte sein)

Dieser Titel war auch ein Programmpunkt des Abends, in dem Vincent Silling mit seiner E-Gitarre  den Sound des Orchesters noch bereicherte.

Es war wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm, durch das Jörg Simmat aus Plauen in einer lockeren, humorvollen Moderation, die die Zuhörer oft schmunzeln ließ, aber auch so manch Informatives bereithielt, führte.

Aus diesem reichhaltigen musikalischen Angebot fällt es schwer, besondere Höhepunkte heraus zu picken! So erklang (wohl unter der Rubrik „Das waren wir“!) die Ouvertüre „Schönbrunner Glas“,  ein Auftragswerk für den VEB Messinstrumente Schönbrunn, das unter Albrecht Herrmann in DDR-Zeiten berühmt geworden ist. In diesem Zusammenhang wusste Simmat auch so manches aus der Historie des Blasorchesters zu berichten, wie z.B. vor 70 Jahren der Wechsel von A. Herrmann vom Finanzamt Adorf nach Markneukirchen als Musiklehrer, wo er auch bald seine Karriere als Dirigent des Markneukirchner Blasorchesters startete. In dieser Ouvertüre von Klaus-Peter Bruchmann konnte man schon einmal zwei Instrumente aus dem Orchester solistisch hören – das Englischhorn (A. Fassl) und das Altsaxophon (U. Schumacher). 

Ein weiteres musikalisches Schmankerl stammt von dem Polizisten Gerhard Thürmer, dem Leiter des Schweriner Polizeiorchesters. Er komponierte das konzertante Stück „Das solistische Orchester“, bestens geeignet für dieses Motto „Das sind wir“, denn hier konnten sich fast alle Instrumentengruppen (Klarinetten, Fagott, Flügelhörner, Tenorhörner und Baritons, die Tuben und Posaunen) solistisch vorstellen. Und das geschah mit Souveränität und Musizierfreude, die überzeugte. In einem ausgewogenen Orchesterklang konnten sich die Soloinstrumente gut „ins rechte Licht setzen“.

Im nächsten Stück, „Buglers Holyday – Solo für drei Trompeten“ von Leroy Anderson, durfte dann das gesamte Trompetenregister mit der sogenannten Doppelzunge brillieren. Mit „Hinterm Horizont“ von Udo Lindenberg gab es einen kleinen Abstecher mit dem Gesangs-Duo Sabine und Jürgen Kaiser in die Popmusik, bevor dann zwei Piccoloflöten, Lilly Menzel und Jochen Krebs,  „Die beiden kleinen Finken“ durch die Musikhalle flattern und singen ließen – eine wunderschöne, beschwingte Polka von Henry Kling, die wohl den schon überfälligen Frühling herbei lockte.

Julius Habel spielte dann auf seinem Tenorhorn die wunderschöne walisische Volksweise „Myfanwy“. Mit seiner weichen, ausdrucksvollen Spielweise ließ er den Schmerz eines verschmähten Liebhabers über seine unglückliche Liebe erahnen.

Es folgten weitere Stücke, die charakteristisch sind für ein Blasorchester, wie z.B. der Astronautenmarsch (Josef Ullrich), das Polka-Lied „Nun geht’s los“ (Roland Müller) oder auch ein Marsch-Medley (Hans Hartwig), in dem vor allem preußische Märsche erklangen.

Ein weiterer Ohrenschmaus war das Lied „Ich gehör‘ nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ von Sylvester Levay. Lilly Menzel, bereits als Flötistin in Erscheinung getreten, sang dieses eindringliche Lied mit sehr viel Einfühlungsvermögen und klarer Stimme, und das Orchester ließ der Sängerin mit seiner dezenten Begleitung  viel Spielraum zur Entfaltung ihrer Stimme. Und auch das zweite Lied „Et maintenant“, das man bereits im vorjährigen Konzert hören konnte, reihte sich nahtlos in das Merkmal „Ohrenschmaus“ ein.

Nach dem oben erwähnten Song „Music“ erklangen dann noch die Abschiedspolka „Einen Abend lang“ (…wurde das treue Publikum wunderbar unterhalten!!) von Paul Adamek, der Markneukirchner Musikantenmarsch von A. Herrmann (Pflichtstück für das Orchester und endlich etwas zum Mitklatschen!), und als Zugabe der Deutschmeister Regimentsmarsch von W.A. Jurek – auch hier klatschte das Publikum, dirigiert von Dr. E. Weller, begeistert mit. Als Dankeschön und Wunsch für die Nacht an die Zuhörer spielte das Orchester in wunderbar sanfter Weise noch das bekannte Abendlied „Guten Abend, gut‘ Nacht“.

Ein schöner Abschluss eines schönen Abends – Ein herzliches Danke an die beiden Dirigenten Dr. Enrico Weller und Jochen Krebs, an die zahlreichen Solisten, an das Orchester und natürlich auch an Jörg Simmat, der versuchte, die anfänglich etwas bedrückte Stimmung ob der geringen Besucherzahl aufzumuntern. 

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Preisträgerkonzert 2017

„Es war eine gute Zeit hier in Markneukirchen!“

(gd) – So die Worte des Präsidenten des IIW für Saiteninstrumente, Prof. Julius Berger, die er  anlässlich des Preisträgerkonzertes zum 52. Internationalen Instrumentalwettbewerb ehrlichen Herzens geäußert hat.

Zuvor ergriff der Bürgermeister der Musikstadt, Andreas Rubner, noch einmal das Wort. Er bedankte sich bei allen Sponsoren und Förderern des IIW und bei allen Helfern, ohne die ein solcher internationaler Wettbewerb nicht möglich sei. Er begrüßte die Vertreter der Stadt und der Innung und die Handwerksmeister, die Vertreter der Medien (ein Dank für die gute und faire Berichterstattung), das Publikum, die Gäste aus nah und fern und  die Teilnehmer und Preisträger auf das herzlichste.

Wie er bei einem Barbecue, den die Studenten der Hochschule spontan für die Teilnehmer veranstalteten, erfahren habe, spiele für die Teilnehmer neben dem Streben nach einem Preis ebenso der Austausch an Erfahrungen, das Studieren und Beobachten der Mitbewerber eine wichtige Rolle. Dieser Wettbewerb sei qualitativ anspruchsvoll gewesen, und Herr Rubner äußerte den Wunsch, dass der Wettbewerb die Teilnehmer ihren beruflichen und künstlerischen Zielen ein wenig näher gebracht und an Erfahrungen reicher gemacht hat.

Dass in diesem Jahr durch unsere Handwerksmeister praktisch neue Wege gegangen wurden – es fand kein traditionelles Fachgespräch in der Musikhalle statt, sondern es wurde zu einem historischen Stadtrundgang eingeladen – freute den Bürgermeister. Die Art des ungezwungenen Fachgesprächs mit einer kleinen Präsentation ihrer Produkte solle beibehalten werden, es fördere menschliche Wärme und gute Kontakte.

Alle gaben ihr Bestes, und mit einem kleinen Seitenblick auf die zahlreichen Sponsoren gab er der Hoffnung Ausdruck, „dass wir es immer wieder schaffen, die materiellen, finanziellen sowie die menschlichen Rahmenbedingungen des IIW so gut hinzubekommen wie in diesem Jahr.“  Es sollten sich alle Bürger dieser Stadt verpflichtet fühlen, die Marke „Markneukirchen“ (mit dem Instrumentalwettbewerb, über 100 Musikinstrumentenherstellern, Museen, der Zweigstelle der Hochschule, Gymnasium mit musischem Profil, Musikschule, Orchestern und Musikgruppen) zu pflegen, zu erhalten und weiter auszubauen!

Mit einem herzlichen Dank an den „klugen und erfahrenen Kopf“, Carola Schlegel, und ihre Mitstreiterinnen sowie einer Einladung zu einem kleinen Imbiss und einem Glas Sekt in der Konzertpause beendete Andreas Rubner seine Worte.

Prof. Berger griff die Gedanken seines Vorredners auf und wies darauf hin, dass diese Tage des Wettbewerbes erfüllte Zeiten waren: „Wir erlebten das innere Ringen der jungen Teilnehmer, ihre Liebe zur Musik, ihren Mut, Neues zu wagen, ihre Bekenntnisse in Tönen. …

Ich konnte die Kollegen in den Jurys neu schätzen lernen, die mit ihrer Erfahrung und ihrem reichem Wissen die musikalischen Stimmen ermitteln, die dieser Welt Wichtiges zu sagen haben; wobei die Arbeit der Jury auch von Gegensätzen geprägt war, das hat zu guten Ergebnissen geführt, die wir heute mit großer Freude präsentieren dürfen!“           

Die Preisträger seien herausragend und sie werden herausragende Stellungen in der Welt der Musik besetzen, wie schon oft in der Vergangenheit geschehen (z.B. bei den beiden Fachjuryvorsitzenden Prof. Thomas Selditz (Viola) und Prof. Frithjof-Martin Grabner (Kontrabass))! So schließen sich die Kreise und bestätigen die große Bedeutung des IIW Markneukirchen.

Weiter betonte Julius Berger, es gehe hier um innere Werte in der Musik und damit auch um eine Stimme gegen den Opportunismus, gegen die Gleichgültigkeit und eine Stimme für die Menschlichkeit. Er wünschte den Preisträgern „Mut, eingefahrene Wege zu verlassen, Mut gegen den Strom zu schwimmen, Mut zur Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit“.

Und dann kamen endlich die Preisträger in den Kategorien Kontrabass und Viola zu Wort bzw. zu Ton. Den musikalischen Reigen eröffnete die junge Kontrabassistin aus Finnland, Maria Krykov (2. Preisträgerin) mit ihrer sehr gefühlvollen und mit großer Musikalität vorgetragenen Interpretation des capriccio di bravura von Giovanni Bottesini (1821-1889). Begleitet wurde sie von der ausgezeichneten Pianistin Marcela Jelínkova.

Im Anschluss daran betrat der 3. Preisträger im Fach Viola, Sejune Kim aus Südkorea die Bühne und überraschte das doch recht konservative Publikum mit zwei kurzen Musikstücken aus der Solosonate (2. Loop, 6. Chaconne chromatique) von György Ligeti (1923-2006). „Dieses Werk umfasst alle Möglichkeiten des Instruments vom lyrischen bis zum explosiven chromatischen Doppelgriffspiel. Mit osteuropäischem Folk, abstrakter Polyphonie und wiederholten subtilen Fragmenten der Sonate wird Ligetis weite Musikwelt im Kleinen gespielt.“ (Tabea Zimmermann) Diesen Anforderungen wurde der junge Bratschist mit gro-ßer technischer Beherrschung seines Instrumentes und mit gutem Werkverständnis in ho-hem Maße gerecht.

Das „Küken“ dieses Wettbewerbes, der 15jährige Kontrabassist Indivara Stivín (Tschechische Republik) setzte das Konzert fort und spielte mit großer Musizierfreude und erstaunlicher Leichtigkeit die jazzige Sonate „1963“ von Frank Proto (*1941). Er harmonierte wunderbar mit seiner in allen Belangen souveränen Klavierbegleiterin Alice Springs  – sie bekam dann am Ende auch ein Küsschen von ihm  und er vom begeisterten Publikum viel Beifall.

Den Abschluss des ersten Konzertteiles gestaltete die russische Bratschistin Karolina Errera. Sie ließ ihr Instrument in dem Concertstück von George Enescu (1881-1955) singen und jauchzen, ja sie zeigte die ganze Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten in sehr einfühlsamer Manier. Begleitet wurde sie von der versierten Pianistin Yumi Sekiya.

Nach Preisverleihung und Pause kam es dann zum musikalischen Höhepunkt. Der 1. Preisträger im Fach Kontrabass, Andreas Ehelebe (Deutschland), zeigte noch einmal mit seiner in allen Belangen souveränen Interpretation desKonzertes Nr. 2 h-Moll für Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini, dass er hochverdient den „Siegerkranz“ bekommen hat. Mit Virtuosität und Leidenschaft, mit technischer Perfektion und großem Werkverständnis forderte er das Publikum zu langanhaltendem Beifall heraus.

Aber auch Diyang Mei aus China stand ihm mit seinem Vortrag des Viola-Konzerts von Bela Bartók (1881-1945) in keiner Weise nach. Auch ihm kann man große Musikalität, Ausdrucksstärke, Virtuosität und ausgezeichnete Beherrschung seines Instrumentes bescheinigen.

Begleitet wurden beide Solisten in sehr einfühlsamer und wohltuend zurückhaltender Weise von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter der souveränen Leitung ihres Chefdirigenten David Marlow.

Um mit den Worten von Prof. Julius Berger zu sprechen: „Allen Teilnehmern viel Kraft für die von Reiner Kunze formulierte Essenz der Zeit, Kraft für gute Wege, Wege der Hoffnung und der Orientierung! Diese Welt, verehrte Preisträger, braucht Sie! Alles Gute!“

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Zitherworkshop und Konzert mit Prof. Wilfried Scharf

(cs) Im Anschluss an den diesjährigen Internationalen Instrumentalwettbewerb findet unter dem Dach des gleichnamigen Vereins und in Zusammenarbeit mit der Firma Zitherbau Wünsche ein mehrtägiger Zitherworkshop statt. Die Dozenten, Univ. Prof. Wilfried Scharf, Steffen Hempel aus Greiz sowie erstmals die slowenische Zithervirtuosin Damjana Praprotnik, werden vom 18. bis 21. Mai im ifa-Ferienpark Hohe Reuth ihr Wissen an Zitherspieler aller Altersgruppen weitergeben.

Univ. Prof. W. Scharf wird sein vielfältiges Repertoire und künstlerisches Können zudem am Samstag, dem 20. Mai um 20.00 Uhr in der Villa Merz, Adorfer Str. 38 in Markneukirchen dem Publikum vorstellen. Auf dem Programm stehen Werke von Mozart, Strauß und Knabl sowie eigene Kompositionen des österreichischen Virtuosen.

Er erlernte bereits mit 6 Jahren das Zitherspiel, doch erst nach seiner Ausbildung zum Hauptschullehrer, begann er schließlich 1982 sein Zitherstudium am Konservatorium Innsbruck. Heute ist er Univ. Professor an der Anton-Bruckner Privatuniversität in Linz. Als international bekannter Zithervirtuose nimmt er Auftritte im In- und Ausland wahr, zusammen mit dem von ihm gegründeten und geleiteten Ensemble „Salzburger Saitenklang“. Er gründete den Verein „Der Zitherfreund“ zur Förderung der Zither- und Saitenmusik in Österreich.

Karten für das Konzert sind zum Preis von 9,00 € an der Abendkasse erhältlich.

Reservierungen werden gern unter der Telefonnummer 037422/3161 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen genommen.

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