Innungsveranstaltung

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Im Rahmen des 61. Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen lud die Innung des vogtländischen Musikinstrumentenhandwerks am Montag zu einem Erfahrungsaustausch mit Instrumentenbauern, Teilnehmern und Juroren und einem Vortrag in den Berggasthof „Heiterer Blick“ ein. Thema: „Die Tuba im Musikwinkel – eine kurze Geschichte des tiefen Blechs im Vogtland und in Mitteldeutschland“. Gehalten wurde der Vortrag von Daniel Ridder – Tuba-Solist, Tubist im Musikkorps der Bundeswehr Siegburg, Sammler und Autor.
Nach seinen Worten begann mit Isaak Eschenbach (1735-1762) eine Ära: Er brachte 1755 das Handwerk des Metallinstrumentenbaus von Leipzig nach Markneukirchen. Hier florierte der Geigenbau bereits und Eschenbach erkannte das Potenzial für die Erweiterung des Sortiments. Daniel Ridder: „Isaak Eschenbach wurde zum eigentlichen Ahnherrn der Markneukirchener Waldhornmacher und legte das handwerkliche Fundament für die musikalische Weltgeltung des Vogtlands.“
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein Netzwerk für den mitteldeutschen Instrumentenbau mit Zentrum in Markneukirchen. Berlin wurde zur Metropole für Neuentwicklungen und Patente. Die Leipziger Messen dienten als Tor für den weltweiten Export sächsischer Instrumente. Von Graslitz aus flossen Bauteile und spezialisierte Maschinenkomponenten nach Markneukirchen, um die dortige Produktion zu stützen. Der renommierte Hersteller Červený in Königsgrätz lieferte wichtige technologische Impulse, die in Markneukirchen adaptiert wurden. Die Stadt wurde dank des dortigen Verlagssystems zum Knotenpunkt und Exportzentrum und garantierte den Absatz durch Arbeitsteilung zwischen über 100 Meistern. Zumeist Familienbetriebe spezialisierten sich darauf, auswärtige Innovationen schnell und kostengünstig für den Massenmarkt zu reproduzieren.
1943 wurde in Markneukirchen die Migma als Schutzschild für die lokalen Instrumentenbauer gegründet. Ziel war, die traditionelle handwerkliche Autonomie gegen die Marktmacht der Verleger und Zwischenhändler zu sichern. Während der DDR-Staat das Handwerk in Produktionsgenossenschaften zwang, agierte die Migma als privater Gegenpol und sicherte das Überleben der Privatbetriebe durch die zentrale Rohstoffversorgung und den Vertrieb.
Daniel Ridders Fazit: Das Vogtland ist nach wie vor einer Pfeiler des tiefen Blechs. Die über 220-jährige Fertigungstradition wird heute von Großbetrieben und hochspezialisierten Meistermanufakturen fortgeführt. Das sorgt für herausragendes Ansehen der vogtländischen Expertise und Innovationskraft bei Profimusikern und in der globalen Fachwelt.