Konzert des Blasorchesters Markneukirchen zum 61. Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen

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(gd) – Alljährlich findet ein Konzert des Blasorchesters Markneukirchen im Rahmen des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen statt.

Unter der souveränen Leitung der beiden Dirigenten Olaf Wolfram und Florian Walther bot das Orchester ein sehr abwechslungsreiches und beeindruckendes Programm. Das zahl-reiche Publikum erlebte einen Abend voller vertrauter Melodien mit den verschiedensten Klangfarben und mitreißender Soli – ideal für Musikliebhaber aller Generationen.

Nach der obligatorischen Fanfare der Vogtländischen Musiktage folgte eine Mischung aus bekannten und weniger bekannten Werken. Solisten und Orchester sorgten für abwechslungsreiche Klangfarben. Der Abend ließ nichts zu wünschen übrig, es war ein musikalisches Erlebnis, getragen von dynamischen, mitreißenden Arrangements und solistischen Glanz-punkten.

Es fällt schwer, bestimmte Highlights hervorzuheben, und dennoch, das erste war gleich zu Beginn die Feuerwerksmusik von G.F. Händel. Diese Interpretation durch unser Blasorchester hätte bestimmt König Georg II. gefallen, denn diese Musik war ein Auftragswerk des Königs an Händel. Nach dem Lied, das dem Abend das Motto gab, „Ein Lied geht um die Welt“ aus dem gleichnamigen deutschen Spielfilm des Jahres 1933 mit dem berühmten jüdischen Tenor Joseph Schmidt, gesungen von Sabine und Jürgen Kaiser, kam bereits der nächste musikalische Leckerbissen. Ein Czardas von Vittorio Monti, nicht gespielt von einem Primás auf der Geige, sondern von einem Primus auf der Klarinette, von Holger Heberlein, der in Markneukirchen aufwuchs und an der hiesigen Musikschule seine ersten musikalischen Schritte unternahm. Für sein virtuoses, ja fast schon akrobatisches Spiel erhielt Heberlein verdient stürmischen Beifall.          

Ein weiteres Highlight war das Orchesterstück Oregon von Jakob de Haan, einem der populärsten und meistgespielten Blasmusikkomponisten unserer Zeit, der die Zuhörer mit diesem Werk auf eine abenteuerliche Zugfahrt durch die faszinierende Landschaft des nordwestlichen Amerikas entführt. Ein langsames Thema in Moll, gepaart mit Variationen in Western- und Rockrhythmen und melodiösen Passagen waren nur einige der Elemente, die diese Reise so spannend und abwechslungsreich gestalteten.  Das Stück gilt als frischer Impuls für die konzertante Blasmusik.  

Aber auch der zweite Auftritt von Herberlein sorgte für Begeisterung im Publikum. Mit dem „Klarinettenmuckl“  (Arr. Thorsten Reinau) stellte er erneut seine Virtuosität und technische Perfektion unter Beweis. Ebenso der lateinamerikanische Musiktitel „Tico Tico“ (Klarinette: H. Heberlein), der, mit einem mitreißenden Solo am Schlagwerk gewürzt, Jubel im Publikum auslöste. Ein weiterer musikalischer Leckerbissen war das Musikstück „Henry Mancini in Concert“, in dem Manfred Schneider die bekanntesten Filmtitel des US-amerikanischer Komponisten Henry Mancini zu einem Konzert für sinfonisches Blasorchester arrangierte. Zu seinen bekanntesten Kompositionen gehören die Filmmusiken zu „Der rosarote Panther“, das „Lied Moon River“ (aus „Frühstück bei Tiffany“) sowie das Peter-Gunn-Thema der US-amerikanischen Krimiserie Peter Gunn. Ein Werk, das wie für das Markneukirchner Blasor-chester geschaffen war. Neben dem brillanten Orchester konnten sich auch mehrere „hauseigene“ Solisten überzeugend darstellen: Corinna Stengel (Klarinette), Markus Hertwig (Bassklarinette), Paula Mehlhose & Nina Veitenhansl (Flöten).

Wunderschön auch das stark von keltisch-irischer Folklore beeinflusste Celtic Flutes (Kurt Gäble), in dem die beiden Flötistinnen Paula Mehlhose und Lilly Menzel die Zuhörer regel-recht verzauberten. Für mich der beeindruckendste Programmteil des Abends!

Aber auch die typische Blasmusik, gewissermaßen die „Böhmische Note“, darf in einem Konzert eines Blasorchesters nicht fehlen. So erklangen Titel wie „Es muss nicht für immer sein“ von Matthias Rauch und „Mondschein an der Eger“ von Ernst Mosch (Gesang: Sabine & Jürgen Kaiser) oder auch das Musikstück für Tuba und Orchester von Øystein Sjøvaag Heimdal, in dem frei nach Shakespeare die Frage gestellt wird: To  be or not Tuba, das Martin Zimmermann in gekonnter Weise und wohl auch mit einem kleinen Augenzwinkern übernahm. Auch der Marsch „Blau-Weiß“, von Gustav Ploß reiht sich in dieses Genre ein.

Im zweiten Teil des Abends wurde es etwas „poppiger“. Sowohl „Glory of Love"  von Peter Cetera, ein  großartiges, emotionales Stück, das von Johan de Meij klangprächtig für Blas-orchester arrangiert wurde und das Publikum träumen ließ, als auch die Melodie aus den 50er Jahren, „Only You“ von Buck Ram, die die Vokalgruppe The Platters berühmt gemacht hat, waren so recht nach dem Geschmack des Publikums.

Bei der Ankündigung von „Murzel und Purzel“ (Hanns Löhr), einer Konzertpolka bayrisch-alpenländischer Note mit den beiden Klarinettisten Holger Heberlein und Olaf Wolfram, kam bei mir die Frage auf, wer denn nun Murzel, und wer Purzel sei – sie blieb aber weitest-gehend offen, denn beide beherrschen ihr Instrument und gaben ein heiteres, ausgelassenes Klarinettenduo zu Besten.

Es war ein musikalisch erlebnisreicher Abend! Und als Zugabe erklang dann noch der Marsch „Viribus Unitis“– „Mit vereinten Kräften“, ein Rausschmeißer der vom Publikum lautstark mitgeklatscht wurde.

Fazit: Ein vielseitiges Konzert mit hoher musikalischer Qualität, abwechslungsreichen Arrangements und gelungenen Solostücken, mit zwei Dirigenten, die es verstanden, das Orchester auch durch schwierige Passagen sicher zu führen.

Abgerundet wurde der Abend durch die charmante und informative Moderation von Hanna Voigt, die sich akribisch auf diese Aufgabe vorbereitet und die musikalische Bildung wohl so manch eines Zuhörers verbessert hat!