Nacht der Museen | Präwema

Zurück zur Liste

(ES) Wie schon in den Jahren zuvor, gehörte eine Museumsnacht auch beim 61. Internationalen Instrumentalwettbewerb zu den Höhepunkten abseits der Wettbewerbsprüfungen. Sie lockte wieder zahlreiche große und kleine Besucher an. Großen Anteil an der 1A-Organisation hatte der Förderverein des Museums und der Dorfverein Wohlhausen, der für die gastronomische Betreuung sorgte. Den Besuchern wurde von den Mitarbeitern um den Museumsleiter Kim Grote ein interessantes und abwechslungsreiches Programm geboten. Es hatte zudem einen Nebeneffekt: Auswärtige Besucher wurden geradezu ermutigt, auf jeden Fall nochmals in die Musikstadt zu kommen.

Wie es nicht anders zu erwarten war, spielte zur Museumsnacht Musik alles andere als eine Nebenrolle. Ungewöhnlich und lautstark der Auftritt der Schalmeienkapelle Wernitzgrün im Hof des Gerber-Hans-Hauses, mit dem sie der Eröffnung der aktuellen Sonderausstellung „Die Schalmei – ein Signal aus Markneukirchen“ den Punkt aufs I setzte und die Zuhörer sogar zum Mitschunkeln animierte. Lautstark an gleicher Stelle auch die Darbietungen der Trommelgruppe DRUMherum aus Adorf. Zu späterer Stunde sorgte das Quintett Brezel Brass im Hof des Museums für gute Laune. Sonderführungen durch die Instrumentensammlung und ein Basteltreffpunkt für die Kinder rundeten das Programm ab.

Sie hatten zwar nicht direkt etwas mit dem Instrumentalwettbewerb und jahrhundertealten Bau von Musikinstrumenten zu tun, nahmen dennoch Bezug auf eine andere und wichtige Tradition in der Stadt:

Führungen durch das Prägewerk Markneukirchen (Prämema) mit Sitz in der Straße Bienengarten. Selbst Einheimische mussten zugeben, noch nie in diesem Betrieb gewesen zu sein und bisher nicht gewusst zu haben, was und wie genau hier hergestellt wird. Was Gustav Brehmer vor 155 Jahren in einer Münzpräge- und Gravierwerkstatt mit dem Herstellen von Vereinsabzeichen und Stocknägeln begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einem weltweit anerkannten Markenzeichen „Made im Vogtland“ entwickelt.

Geschäftsführerin Gabriele Federlin und ihr Mann übernahmen 1991 den zu DDR-Zeiten volkseigenen Betrieb und einen der größten Arbeitgeber in der Stadt. Seit 2003 führt sie ihn allein – mit Konsequenz, Mut und Erfolg. Während in dem Betrieb in der Vorwendezeit massenweise Abzeichen und Orden – von Aktivist, Kollektiv der sozialistischen Arbeit über Schwimmabzeichen, Jungpionier, Sportabzeichen, SED-Bonbons, Trabant-, Wartburg- und Simson-Schriftzüge bis hin zu Koppelschlössern – geprägt wurden, sind es seit der Wende Medaillen, Gedenkmünzen, Vereinsabzeichen, Miniatur-Firmenzeichen und Werbeartikel in Stückzahlen, die zum Teil fünfstellig sind. „Wir sind in Deutschland Marktführer auf dem Gebiet“, sagte Gabriele Federlin während der Führungen nicht ohne Stolz. „Die Nachfrage dafür ist wegen des wachsenden Markenbewusstseins stark gestiegen.“ Pro Jahr werden im Präwema tonnenweise Messinglegierungen, Neusilber oder Kupfer hergestellt. Aus dem Rohmaterial entstehen zumeist in aufwendiger Handarbeit oder auf jahrzehntealten Maschinen nach bis zu insgesamt 200 Arbeitsschritten – einschließlich unter anderem das Anfertigen notwendiger Stempel – nicht nur Gedenkmünzen, verschiedenste Abzeichen für Verbände und diverse Vereine, jede Menge Medaillen, Orden und sogar Stocknägel.