Preisverleihung und Preisträgerkonzert des 61. IIW Markneukirchen
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(gd) – Nach den anstrengenden Auswahlrunden mit hoffnungsvollem Bangen durften die jeweils drei besten Instrumentalisten – im Fach Tuba Diego Stine (USA) Igor Martinez (Venezuela) und Byoungho Kang (Südkorea) und im Fach Horn Antoine Jeannot (Frankreich), Bredan Connellan (Großbritannien) und Jan Vobořil (Tschechische Republik) – ihr außergewöhnliches Können noch einmal – ohne Wettbewerbsstress und in festlicher, gelöster Atmosphäre auf der vom Blumenhaus Am Roten Markt wieder herrlich dekorierten Bühne der Musikhalle Markneukirchen unter Beweis stellen. Das Ganze fand im Rahmen der Preisverleihung und eines Preisträgerkonzerts statt. Was die Tage des musikalischen Kräftemessens versprochen hatten, hat dieser wunderschöne Konzertabend gehalten – ein wunderbarer Ausklang dieses hochangesehenen Wettbewerbes!
Eröffnet wurde das Konzert mit dem Stück En Foirêt für Horn und Klavier von Eugène Bozza (1905-1991). Wie Beatrice Schwartner, die wieder locker und charmant durch das Programm führte, bemerkte, passe dieser Musikbeitrag zur vogtländischen Landschaft („Im Wald“)! Der drittplatzierte im Fach Horn, Jan Vobořil, von Ikuko Odai einfühlsam begleitet, bot dieses anspruchsvolle Musikstück meisterhaft dar. Er wurde mit Recht vom fachkundigen Publikum mit viel Beifall bedacht.
Markneukirchens Bürgermeister Toni Meinel übernahm dann das Wort und hob die Bedeutung der Musik als Weltsprache, die keiner Übersetzung bedarf, hervor. Rückblickend war er der Meinung, dass „ein sehr ereignisreicher Wettbewerb mit historischen Bestmarken“ zu Ende ginge, und begrüßte die Ehrengäste, wie den Präsidenten des IIW für Blasinstrumente, Prof. Lampert, die Mitglieder der internationalen Jury aus 10 Ländern, deren hochkarätige Besetzung ein Beweis sei für die große Bedeutung dieses Wettbewerbes im musikalischen Weltgeschehen, und Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Er dankte ihnen für die ausgezeichnete Arbeit in den letzten Tagen. Weiter ging ein dankender Gruß an alle Sponsoren und Förderer dieses Wettbewerbes.
Toni Meinel ist stolz, dass alle Beteiligten die außergewöhnlichen Talente und beeindruckenden Leistungen der Teilnehmer feiern können, und unterstrich noch einmal die internationale Bedeutung und die Strahlkraft unseres Wettbewerbes, die weit über die Grenzen des Vogtlandes hinausgehen. Markneukirchen sei „ein lebendiger Ort, an dem die Leidenschaft für Musik spürbar ist, es sei „bekannt für meisterhaft gefertigte Instrumente und unvergleichliche Musiktradition“. An die Preisträger gewandt: „Ihr Können inspiriert nicht nur Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter, sondern uns alle, ob jung oder alt“ und zeige, „dass wahre musikalische Exzellenz keine Grenzen kennt“. Ein solcher Wettbewerb beweise immer wieder, dass Musik mehr sei als nur Töne und Rhythmus, sie sei eine universelle Sprache, die Brücken baut, Verständnis schafft und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten miteinander verbindet!
Zum Schluss sendete Toni Meinel noch ein großes Dankeschön an alle, die dieses Ereignis möglich gemacht haben und übergab dem Landtagsabgeordneten Sören Voigt das Wort, der der Stadt Markneukirchen mitteilen konnte, dass sie bei der Finanzierung des Architekturwettbewerbes für die Erweiterung des Musikinstrumenten-Museums durch das Land unterstützt werde, und überbrachte beste Grüße aus Dresden von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus.
Und dann ging es weiter mit Musik!
Igor Martinez, 2. Preisträger im Fach Tuba, zeichnete gekonnt sehr „farbenfrohe“ Three Miniatures für Tuba und Klavier von Anthony Plog, unterstütz durch die souveräne und dezente Klavierbegleitung von Maria Lebed.
Natürlich wollte auch Prof. Lampert das loswerden, was ihm auf der Seele brannte – seine Freude über die beiden äußert harmonischen Fachjurys, die Entscheidungen mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Empathie für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefällt und somit für eine faire Bewertung gesorgt haben, und über die jungen Musikerinnen und Musikern, die sich mit großer Fairness, mit Respekt und Umsicht begegnet sind. All das sei Grundlage dafür, dass sich die jungen Solistinnen und Solisten optimal entfalten konnten. Beweis dafür, welch hohen Stellenwert der IIW hat, sei die Tatsache, dass Preisträger vergangener Wettbewerbe in führenden Positionen als Solisten, Orchestermitglieder berühmter Orchester oder im Lehrberuf tätig sind. Lampert habe sich auch gefreut zu beobachten, wie Freundschaften trotz aller Konkurrenz entstanden sind, zusammen Daumen gedrückt und zusammen gefeiert oder einander getröstet wurde. Das sei ein zusätzlicher, großer Gewinn eines solchen Wettbewerbes. „Danke, dass auch dieses Jahr der IIW zu den internationalen Highlights der Musikwelt gehört, danke an die Jurys für die enorme Arbeit, an die Klavierbegleiterinnen und ihre herausragende Qualität der Begleitung! „Danke an alle, auch an die, die ich vergessen habe zu erwähnen!“
Anschließend unterstrich Brendan Connellan die Worte Prof. Lamperts ausdrucksstark mit dem Andante C-Dur o. Op. für Horn und Klavier, feinfühlig begleitet von Akiko Nikami. Und bevor es zum großen Showdown, der Preisverleihung ging, kam auch noch der 3. Preisträger im Fach Tuba, Byoungho Kang, mit der gekonnten Interpretation Robert Schumanns Adagio und Allegro op. 70 für Tuba und Klavier „zu Tone“.
Nach der Pause und dem Ertönen der Wettbewerbsfanfare spielte zunächst der überragende Tubist aus den USA und 1. Preisträger im Fach Tuba, Diego Stine, das wunderschöne Concertino op. 77 für Tuba und Orchester von Jan Koetsier (1911-2006) mit den Sätzen Allegro con brio – Romanze e scherzino – Rondo bavarese. Eine Musik, in der der Solist gemeinsam mit dem Orchester unter der einfühlsamen Leitung von GMD Leo Siberski, mit seiner beeindruckenden Klangformung, seinen technischen Fertigkeiten und seinem ausdrucksvollen Spiel die Herzen der Zuhörer erreicht hat. Langanhaltender Beifall waren neben seinem ersten Platz und den dazugehörigen ideellen und materiellen Preisen der gerechte Lohn für diese außergewöhnliche musikalische Darbietung.
Den letzten Glanzpunkt im diesjährigen Preisträgerkonzert setzte der 1. Preisträger im Fach Horn, Antoine Jeannot mit dem wunderschönen Konzert Nr. 1 Es-Dur op. 11 für Horn und Orchester von Richard Strauss (1864-1949). In den drei Sätzen – Allegro – Andante – Rondo.Allegro – konnte Antoine mit seinem virtuosen aber auch feinfühligen Spiel, gepaart mit einer wunderbaren Tongebung, einer ausgereiften Interpretation und einer gestalterischen Vielfalt das Publikum überzeugen. Hervorragend unterstützt wurde er wieder von den Clara-Schumann-Philharmonikern unter der Leitung von GMD Leo Siberski.
Es war ein würdiger Abschluss eines außerordentlichen Wettbewerbes, in dem es eigentlich keine Verlierer gab. Da kann man nur noch ausrufen:
Auf ein Neues!! Auf einen IIW 2027 mit den Instrumenten Violine und Kontrabass!