Meisterkurs mit Prof. Gregor Witt 2014

Abschlusskonzert zum Meisterkurs für Oboe mit Prof. Gregor Witt

((gd) – Nachdem nun unser stadteigenes Orchester das neue Jahr musikalisch so bravourös eingeleitet hatte, wurde auch seitens der Konzertreihe in der Schustervilla mit musikantischen Leistungen nicht gegeizt. So luden am Freitag, dem 10. Januar 2014, der Verein Internationaler Instrumentalwettbewerb und die Firma Gebr. Mönnig zum Abschlusskonzert des ersten Meisterkurses in diesem Jahr ein. Mit 16 Teilnehmern aus Spanien, Österreich, Schweden Estland, Brasilien, Taiwan, den Niederlanden, Norwegen und Deutschland war der Kurs für Oboe, den Prof. Gregor Witt mittlerweile zum 6. Male hier leitete, ausgebucht. Nach intensiver und sich gegenseitig inspirierender Probenarbeit, in der auch Jens Hoffmann wieder als Korrepetitor die jungen Oboisten mit viel Einfühlungsvermögen begleitete und souverän die zum Teil sehr schwierigen Klavierparts beherrschte, und der traditionellen Wanderung zur Waldschenke – dieses Mal ohne Ski (O-Ton von Prof. Witt: „Wir sind sehr enttäuscht, dass es in Markneukirchen keinen Schnee gibt!“) – konnte sich das wieder „volle Haus“ auf einen schönen und interessanten Konzertabend freuen, denn Gregor Witt hat stets eine kleine Überraschung dabei. Natürlich ist es, wie Prof. Witt betonte, „kein ganz fertiges Konzert, sondern die Studenten präsentieren den Zuhörern das, was während des Meisterkurses an ihren bereits vorbereiteten Oboen-Werken gearbeitet wurde“.

Nach den sehr ansprechenden Leistungen (die Aufregung war ihnen doch etwas anzumerken ) der jüngsten Teilnehmer – des jungen Spaniers Jesus Lopes Melero (19 J.) und der 18jährige Sarah Julia Klinnert (D), die noch nicht einmal studiert – der Estin Heli Ernits, die mit dem 2. und 3. Satz aus dem Oboenquartett F-Dur von Mozart das Publikum musikalisch überzeugte, und dem Concertino für Oboe und Bläser C-Dur von C. M. v. Weber, ausdrucksstark vorgetragen von Ping-Yu Wu (TW), folgte ein musikalischer Höhepunkt nach dem anderen. Valentin Krämer (D), der bereits im Herbst vorigen Jahres hier einen Meisterkurs belegte, beeindruckte mit seiner virtuosen und gestalterisch ansprechenden Interpretation des 1. Satzes aus dem Oboen-Standardwerk, dem Konzert für Oboe und Orchester von W.A. Mozart. Die Norwegerin Magdalena Orlowska setzte den Reigen der musikalischen Bonmots fort mit einem „Kleinod der Romantik“, der Sonate in f vom italienischen Komponisten Carlo Yvon (1798-1854), in der sich Oboe und Klavier eine wunderbare musikalische Korrespondenz lieferten. Aber auch Hanna Edqvist aus Schweden stand mit ihrem einfühlsamen, aber auch ausdrucksstarken Vortrag der Sonate für Oboe und Klavier von Francis Poulenc den solistischen Leistungen ihrer Kollegen nicht nach. Luc Durand (Frankreich) lebte die Musik in seiner reifen Interpretation des 1. Satzes aus dem Oboenkonzert von Richard Strauss (1864-1949) förmlich aus. Der Österreicher Matthias Azesberger beendete dann die solistische Vorstellung einiger Teilnehmer dieses Meisterkurses mit einer bemerkenswerten Darbietung des 1. und 2. Satzes aus dem spieltechnisch und gestalterisch sehr anspruchsvollen Konzert für Oboe und kleines Orchester vom tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů.

Die angekündigten Überraschungen kamen dann in den von den Zuhörern mit viel Beifall geforderten Zugaben. Zuerst ein kleines musikalisches Wagnis, an dem J.S. Bach sicherlich seine Freude gehabt hätte – 14 Oboen und 2 „hauseigene“ Fagotte spielten den 1. Satz aus dem 1. Brandenburgischen Konzert von J.S. Bach – ein völlig neuer Sound für diese Musik, aber schön!! Und mit der 2. Zugabe ging es dann in ein völlig anderes musikalisches Genre: Jazz Ideas for 9 Double Reeds von A. Rehfuss – mit viel Temperament und Musizierfreude bewiesen die jungen Musiker (5 Oboen, 1 Bass-Oboe, 2 Englischhörner, 2 Fagotte und ein Klavier), dass sie auch in anderen musikalischen Gefilden Bemerkenswertes leisten können. Welch ein mitreißender, wunderbarer Sound, den hier Prof. Witt, die jungen Musiker und Jens Hoffmann am Klavier erklingen ließen! Dieser wunderbare Abend wurde leider durch die traurige Nachricht über die schwere Erkrankung des Mitbegründers dieser Meisterkursreihe – Günther Passin – etwas getrübt. Die herzlichsten Genesungswünsche aller Teilnehmer, der Veranstalter und des Publikums gingen am Ende des Konzertes an den geschätzten Künstler und Oboenlehrer.

 

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